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Klassische Medien haben ausgedient, 9:16 ist das Format der Gegenwart und Zukunft! 9:16?! Richtig gehört – das Smartphone mit seinem vertikalen Format ist nicht erst seit der Pandemie ein ständiger Begleiter. Immer mehr Menschen verbringen immer mehr Zeit auf TikTok, Instagram und YouTube, connecten, informieren und unterhalten sich dort. In dieser Kolumne stelle ich euch die Highlights und diesmal auch ein absolutes “Lowlight” des letzten Monats zusammen – viel Spaß damit!
Vada Müller ist Talent Managerin bei weCreate. In Ihrer Funktion betreut sie zahlreiche Content Creator mit Fokus auf das Thema Fashion, darunter Nic Kaufmann oder Tobi.you, und ist in die Planung und Umsetzung zahlreicher Social Media-Kampagnen involviert.
Reaktion auf US-Abtreibungsgesetz
Das Urteil des Obersten Gerichtshofs der USA, wonach jedes Bundesland ab sofort selbst über die Abtreibungsgesetze bestimmen darf, schlug auch hierzulande hohe Wellen. Bei vielen Frauen, insbesondere in republikanisch regierten Staaten, ist die Angst groß, dass sie in Zukunft im Notfall keinen Zugang zu sicheren Abtreibungsmethoden haben – ein gewaltiger Rückschritt für die Rechte der Frauen.
Umso schöner zu sehen ist, dass Entscheidungen wie diese auch Positives auslösen. So zum Beispiel die Initiative „My Uterus – My Choice“. Das Projekt von Influencerin Hannah Maylou und der Gründerin von Vulva Shop Sofia Surma ist eine direkte Reaktion auf das rückschrittliche Urteil in den USA. Es setzt sich zum Ziel, das Thema Abtreibungen auch in Österreich wieder mehr ins Bewusstsein zu rufen.
Darüber hinaus soll durch den Verkauf von Merchandise wie Taschen oder T-Shirts Geld eingesammelt werden, das Frauen zugutekommt, die aufgrund von ungewollten Schwangerschaften in eine missliche Lage gerieten.
© Screenshot / Maylou, Vulva Shop
TikTok als Chart-Trampolin
Wachablöse an der Spitze der deutschen Charts: Nina Chuba löste mit „Wildberry Lillet“ den umstrittenen Ballermann-Hit „Layla“ ab. Dass die 23-Jährige plötzlich von ganz oben winkt, daran wird auch TikTok seinen Anteil haben.
Noch bevor der Song offiziell veröffentlicht wurde, verbreiteten sich Schnipsel davon wie ein Lauffeuer durch die sozialen Medien, werden in insgesamt mehr als 20.000 Videos verwendet und sorgen so für einen Hype, der in der Stürmung der Charts endete.
The Hype BeReal!
TikTok, Instagram und YouTube sind mit ihren Kurzvideos mitten in der Gesellschaft angekommen – doch langsam gesellt sich eine vierte Plattform dazu: BeReal! Die App des Franzosen Alexis Bayerrat geht gerade durch die Decke, generierte weltweit bereits mehr als 40 Millionen Downloads und erklomm Platz eins der App-Charts, ließ also sämtliche namhafte Konkurrenten hinter sich. Was steckt hinter dem Hype und was kann die App eigentlich?
BeReal grenzt sich aktiv von anderen Social-Media-Plattformen ab, will die unperfekten, dafür umso authentischeren Momente einfangen. Das funktioniert so, dass die App ihren User*innen immer wieder zu neuen Zeitpunkten eine Benachrichtigung schickt und diese im Anschluss zwei Minuten Zeit für einen Schnappschuss haben. So soll eine gekünstelte Inszenierung verhindert werden. Jedes Bild verschwindet außerdem, sobald ein neues veröffentlicht wird. Likes, Follower, Werbung, ein Feed? Fehlanzeige.
“Make Instagram Instagram Again”
Der Hype um TikTok nahm in den letzten zwei Jahren Ausmaße an, die sich wohl die Wenigsten vorgestellt hätten. Das Ganze ging so weit, dass die Konkurrenz kurzerhand ihre Geschäftsmodelle änderte: Instagram schickte Reels als Gegenpart ins Rennen, YouTube konterte sehr erfolgreich mit Shorts.
Doch manchen geht das zu weit. Vor allem auf Instagram formierte sich nach der x-ten Annäherung an TikTok Widerstand, und zwar mit der Unterstützung von „ganz oben“. Ein „Make Instagram Instagram Again“-Aufruf machte die Runde und wurde auch von Superstars der Plattform wie Kylie Jenner geteilt.
Der Schulterschluss verfehlte seine Wirkung nicht: Instagram-Chef Adam Mosseri äußerte sich persönlich und dabei sehr zurückhaltend, nahm angekündigte Änderungen – die eine weitere Anpassung an TikTok bedeutet hätten – umgehend zurück.
© Screenshot / Instagram, Kylie Jenner
Influencer der Schande
Soziale Medien sind ein Werkzeug. Was wir damit machen, liegt in unserer Hand. Andrew Tate entschied sich dazu, seine Reichweite zu nutzen, um gegen Frauen und Minderheiten zu hetzen. Auf die Details muss hier nicht weiter eingegangen werden. Unfassbar genug, dass er mit seinen unterirdischen Inhalten Millionen Menschen in seinen Bann zog.
Doch weil sein Fall fast schon beispiellos ist in Sachen Frauenfeindlichkeit und Hetze, Uneinsichtigkeit und Ignoranz sowie einigen anderen unvorteilhaften Eigenschaften, widme ich ihm an dieser Stelle einen Platz als absolutes “Lowlight”. Denn nicht einmal seine Sperre von allen großen Social-Media-Plattformen bewirkte ein Umdenken, im Gegenteil: Neben der gewohnten Hetze präsentiert sich Tate nun auch noch als missverstandenes Opfer, das sich keiner Schuld bewusst sei.
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