Klassische Medien haben ausgedient, 9:16 ist das Format der Gegenwart und Zukunft! 9:16?! Richtig gehört – das Smartphone mit seinem vertikalen Format ist nicht erst seit der Pandemie ein ständiger Begleiter. Immer mehr Menschen verbringen immer mehr Zeit auf TikTok, Instagram und YouTube, connecten, informieren und unterhalten sich dort. In dieser Kolumne stelle ich euch die Highlights des vergangenen Monats vor – viel Spaß damit!
Duell der Großmeister
Es war wahrscheinlich einer DER Instagram-Post überhaupt: Cristiano Ronaldo und Lionel Messi inmitten einer Schachpartie. Allerdings nicht auf einem herkömmlichen Brett, sondern auf einem Koffer der Luxusmarke Louis Vuitton, deren schachbrettartiges Design dabei bestens zur Entfaltung kam.
Zur Einordnung: Ronaldo (509 Mio. Follower) und Messi (384 Mio.) sind die Privatpersonen mit den größten Insta-Accounts überhaupt. “LV” landete pünktlich vor dem Anpfiff zur Fußballweltmeisterschaft in Katar also einen absoluten Marketing-Coup. Dass die beiden größten Fußballer der letzten 15 Jahre niemals gemeinsam am Schachkoffer saßen und sich duellierten, sondern das Foto vielmehr Zeugnis guter Photoshop-Skills ist – geschenkt. Die Aufmerksamkeit der gesamten Instabubble war Louis Vuitton jedenfalls gewiss.
Öffi-Battle auf TikTok!
Wiener Linien vs. Badner Bahn: The Battle is on! Beide Fahrbetriebe sind auf TikTok aktiv, doch harmonisch geht es zwischen dem Wiener und dem niederösterreichischen Unternehmen nicht zu. Die Wiener Linien stellten sich auf TikTok vor, indem sie von den unangenehmen Momenten berichteten, wenn WienerInnen in die blau-weißen Züge steigen müssen. Als Antwort gab es von der Badner Bahn nur ein süffisantes Lächeln in Richtung des Spätzünders. Nachdem es in den darauffolgenden Wochen etwas ruhige wurde und die Wiener zarte Annäherungsversuche gestartet hatten, schob die “BB” diesen gleich einen Riegel vor. Das Tischtuch scheint zerschnitten zu sein. *zwinker*
@badner_bahn Late to the Party @Wiener Linien. Meldet euch gerne, wenn ihr Tipps braucht 😜 #fyp #foryou #badnerbahn #wienerlinien
YouTube Shorts nun auch via TV
Im Hype um TikTok geht oft unter, dass YouTube sein Kurzvideoformat Shorts mindestens ebenso schnell hochzog und mit dem großen Konkurrenten zahlenmäßig absolut mithalten kann. Teilweise verzeichneten diese bereits an die 30 Milliarden Views – pro Tag! Jetzt setzt YouTube den nächsten Schritt und bringt Shorts auf den Fernseher. Via SmartTV, Konsole oder anderen Streaminganbietern sind diese ab sofort in der YouTube App zu finden.
Banksy ziert ukrainische Trümmer
Niemand kennt seine Identität, seine Werke sind aber umso geläufiger – die Rede ist natürlich von Banksy. Der britische Streetart-Künstler ist bekannt dafür, sich zu internationalen Geschehnissen mittels seiner Kunstwerke zu äußern. Anfang November scheint er auch in der Ukraine gewesen zu sein.
In der arg in Mitleidenschaft gezogenen Stadt Borodjanka nahe der Hauptstadt Kiew ist eine Turnerin zu sehen, die auf Trümmern ihrer Leidenschaft nachzugehen scheint, natürlich als Schablonengraffiti, jenem Stil, der zu Banksys Markenzeichen wurde. Dass das Werk auf seinem Instagram-Account veröffentlicht wurde, gilt traditionell als Zeichen der Echtheit. Banksy fügte seinem Portfolio damit ein weiteres spektakuläres Werk hinzu, und zumindest für einen kurzen Moment schaffte er es, die Sinnlosigkeit des Krieges vergessen zu lassen und den Fokus auf die Kunst zu legen.
Meta-MitarbeiterInnen erpressen KundInnen
Dass der gesamte Meta-Konzern als solcher nicht unbedingt ein Hort der Sicherheit für die Daten seiner NutzerInnen ist, zeigte sich in den letzten Jahren leider immer wieder eindrucksvoll. Dass jedoch die MitarbeiterInnen des Konzerns höchstselbst dafür verantwortlich sind und sowohl Facebook- als auch Instagram-Accounts kapern, um die Betroffenen anschließend zu erpressen und Lösegeld zu fordern (das Wall Street Journal berichtete), ist bemerkenswert.
Darüber hinaus hätten diese auch Geld von Dritten angenommen, die ihrerseits an Daten herankommen wollten. Meta reagierte und kündigte jene, die es auf frischer Tat ertappte, doch wie solche Fälle in Zukunft verhindert werden sollen, bleibt unklar.
Titelbild © Shutterstock
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