Die Nachfragen nach seinen Diensten gehen durch die Decke. Und dabei macht er, nach eigenen Angaben, nicht viel mehr als „nichts“. Doch genau damit hat der Japaner Shoji Morimoto massenhaft Erfolg – mit seiner reinen Anwesenheit. Sein Nichtstun kann man mieten. Was in Tokio auch immer mehr Menschen in Anspruch nehmen.
Japanisches Erfolgsmodell?
Japan, recht bekannt für Absurdes und Außergewöhnliches, wartet mit einer neuen Kuriosität auf: Mit dem Nichtstuer, den man mieten kann. Richtig gelesen! Der in Tokio wohnhafte Unternehmer (wenn man so will) Shoji Morimoto lässt sich fürs Nichtstun bezahlen.
Und das ist kein Witz! Dabei ist der Kerl nicht einmal Politiker, Beamter oder so etwas. Denn Morimoto tut, eigene Angaben zufolge, wirklich nichts. Wenn ihn jemand engagiert, ist er einfach nur da. Doch so blöd das Ganze auch klingt, seine „Dienste“ sind in der japanischen Hauptstadt extrem beliebt.
Mit Nichtstun zu Erfolg – geht wirklich!
Ein- bis dreimal pro Tag werden diese „Dienste“ mittlerweile beansprucht. 10.000 Yen lässt sich Shoji Morimoto seine „Anstrengungen“ kosten. Das sind umgerechnet ca. 73. Euro. Dabei stellt er klar: „Ich kann nichts anderes tun, als essen, trinken und ganz einfache Fragen beantworten.“ Dennoch sind seine Dienste beliebt und haben ihn in Japan mittlerweile sogar berühmt gemacht.
Wenn ihn jemand engagiert, ist er einfach nur da. Von selber startet er prinzipiell nie eine Konversation und möchte auch nie mehr über seine Klienten und Klientinnen wissen, als diese ihm von sich aus erzählen, erläutert er. So schweigt er während seiner „Arbeit“ meistens oder starrt in sein Smartphone.
Die Geburtsstunde eines lukrativen Geschäftsmodells
Die grandiose Idee für dieses geniale Geschäftsmodell überkam Shoji Morimoto, als er bei seiner früheren Tätigkeit von seinem Chef kritisiert wurde, erklärt er. Dieser sagte ihm, es mache keinen Unterschied, ob er da ist oder nicht. Sich selbst auf diese bloße Anwesenheit reduzierend, scheint er seinem ehemaligen Boss nun eine Lektion zu erteilen. Denn es macht durchaus einen Unterschied, ob Morimoto da ist oder nicht. Auch wenn er bei dieser Anwesenheit nicht wirklich etwas Konkretes tut.
Dennoch bewirkt seine bloße Anwesenheit viel Gutes. So konnte sich eine Krankenschwester, die ihn mietete, endlich einmal ihren ganzen Corona-Frust von der Seele reden. Ein anderes Mal engagierte ihn eine Frau für ihr neu eröffnetes Café, damit es dort nicht so leer aussieht. Auch eine geschiedene Frau nahm seine Dienste in Anspruch, um in ihrem Lieblingsrestaurant nicht alleine essen zu müssen. Bisher waren alle mit seinem Service rundum zufrieden.
I see that Rental Person Who Does Nothing レンタルなにもしない人 has finally gotten picked up by western media. I’m surprised it took so long since it fits into the general “Japan Is So Weird” slot. 1/ https://t.co/m5ogJ8dQQn
— Makiko Itoh (伊藤牧子)未だ故障中 (@makiwi) January 15, 2021
Anwesenheit und sonst nichts
Dabei bleibt Morimoto seinen Prinzipen ausnahmslos treu. Denn zu putzen oder sonst etwas Konkretes zu tun, oder gar eine Tätigkeit auszuüben, komme bei ihm gar nicht infrage. Und wäre auch extrem unprofessionell.
Reich ist er mit seinem Ein-Mann-Unternehmen noch nicht geworden. Denn noch muss seine Frau auch arbeiten. Nur so kommt die Familie mit ihrem kleinen Sohn über die Runden. Trotzdem: In Japan ist Morimoto mit seiner Geschäftsidee längst berühmt. 240.000 Personen folgen mittlerweile seinem Twitter-Account. Tendenz steigend.
Titelbild © Pexels
DAS KÖNNTE SIE AUCH INTERESSIEREN
Das Geheimnis einer erfolgreichen Führungskraft: mit 30 Prozent Rabatt zum KEY SUMMIT
Führungskraft werden? Wir verraten dir einige Tipps. Doch für hervorragendes Leadership empfehlen wir das KEY SUMMIT 2023. Hier gibt es - 30 Prozent aufs Ticket.
Mach den Staatsbürgerschaftstest in 18 Fragen - schaffst du ihn?
Die Website "einbuergerung.at" bietet in 18 Fragen eine Prüfungssimulation, die sogar die meisten ÖsterreicherInnen ordentlich auf den Prüfstand stellt. Habt ihr es schon versucht?
Marketing im DACH-Raum: Expansion in gleichsprachige Länder
Für österreichische Unternehmen, die ihre Online-Präsenz im gesamten DACH-Raum ausbauen wollen, bietet die Expansion viele Vorteile.
Twelve Points go to… Your Living Room! Der ultimative Guide für deine ESC-Watch-Party
Keine Lust auf verschwitzte Menschenmengen beim Public Viewing oder Ellenbogen-Checks vor der Leinwand? Verstehen wir. Wer den Eurovision Song Contest […]
Vom Startup zum Unicorn: Microsoft bietet gratis Webinar
Startups und ISVs haben am 24.02.2021 wieder die Möglichkeit, bei einem 60-minütigen Webinar einen Einblick in die Arbeit mit Microsoft […]
Studie untersuchte über 1000 Jahre alten Kot: Stirbt unsere Darmflora aus?
Wissenschaftler haben Besorgniserregendes herausgefunden: Vor 2000 Jahren verfügten die Menschen über viel mehr Mikrobiome als heute. Heißt: eine andere Darmflora. […]








