Party und Nachtclub-Konzept für Zwölfjährige – sinnvoll oder bescheuert?

Unlängst fand in Klagenfurt (Kärnten) eine ganz spezielle Party statt. Nein, keine Sex-Positive-Zusammenkunft, organisiert von der Berliner Szenen-Legende Jan Ehret. Und auch nicht der Themen-Brunch eines Swingerclubs. Der Klagenfurter Club“Eventstage“ lud vielmehr zu einer Feier, an der nur Jugendliche im Alter von 12 bis 15 Jahren teilnehmen durften. Ein Konzept, das die Kids in Form eines Safe Space ans Fortgehen heranführen soll.
Partyleben – the very first time
Die erste Party im Leben. Was war und ist das nur für ein außergewöhnlicher Event. Und geben wir es doch ruhig zu, ein Event, der mit so manchen Exzessen verbunden ist. Alle Beteiligten sind da im Vorfeld natürlich nervös, die Jugendlichen, aber auch die Eltern.
Und dann endet es fast immer so, dass irgendeiner der Teenager von irgendwoher Alkohol organisiert hat, die Party zum Gelage wird und mindestens eine Person über die Stränge schlägt. Kotzen, Kopfweh und mehr.
Next Generation Club: 12 und 15-jährige only
Um genau diese Exzesse und die damit verbundenen Folgen zu verhindern, plante der Klagenfurter Club „Eventstage“ eine unkonventionelle Veranstaltung, um den Jugendlichen das Feiern auf verantwortungsvolle Weise näherzubringen.
Daher fand in den Räumlichkeiten des ehemals berühmt und berüchtigten „Bollwerks“ eine Party unter dem Motto „Kein Alkohol, keine Zigaretten, keine Erwachsenen“ statt. Der Eintritt in diesen „Next-Generation-Club“ ist ausschließlich Jugendlichen im Alter zwischen 12 und 15 Jahren gestattet. Wie das Motto schon sagt, wird kein Alkohol serviert. Die Party am Klagenfurter Südring endet spätestens um Mitternacht.
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Verantwortungsvoll feiern will gelernt sein
Ziel dieses Event-Formats war und ist es, Jugendliche in das Nachtleben einzuführen. Ein Grund, warum das nötig ist: Die jüngere Generation wurde durch die Corona-Pandemie lange Zeit isoliert, was es den jungen Menschen erschwerte, das Nachtleben von den Älteren zu beobachten oder zu lernen. Als Argument: Fair Enough! Das hier vor allem auch Teenager als Konsument*innen angesprochen werden, ist natürlich eine andere Sache.
Der Next Generation Club ist in diesem Sinne eine Form der Initiative, welche die Jugendlichen behutsam in das Nachtleben einführen will, erklärt René Schoahs, Leiter der „Eventstage“, die Beweggründe für die Aktion. Junge Menschen sollen die Möglichkeit haben, in einer geschützten Umgebung erste Erfahrungen mit dem Ausgehen zu sammeln.
Kritik und der Wunsch nach mehr
Trotz der noblen Ansätze wird dieser Event auch kritisch betrachtet. „Ich hoffe, dass die geltenden Vorschriften respektiert und eingehalten werden, und zwar sowohl von den Veranstaltern als auch von den Eltern“, ermahnte Astrid Liebhauser, Leiterin der Kärntner Kinder- und Jugendanwaltschaft vor der Eröffnung.
In Kärnten dürfen Kinder unter 14 Jahren allein nämlich nur bis maximal 23 Uhr außer Haus sein, während Jugendliche zwischen 14 und 16 Jahren bis maximal 1 Uhr ausgehen dürfen. „Es liegt jedoch im Ermessen der Eltern, diese Zeitbeschränkungen altersgerecht anzupassen“, fügte Liebhauser hinzu. Jugendliche dürfen demnach nur in Begleitung einer erwachsenen Aufsichtsperson länger unterwegs sein. „Diese Person übernimmt dann auch die Verantwortung.“, betonte die Juristin.
Die Reaktionen auf Schoahs‘ Initiative waren gemischt, wie bereits die Erfahrungen der „Eventstage“ in Krems gezeigt haben. „Zunächst gab es einen starken Protest von Seiten der Eltern, aber jetzt fragen viele bereits, wann die nächste Veranstaltung stattfindet.“, berichtet Schoahs. Das bedeutet vermutlich, dass es in Österreich immer mehr solcher Events geben wird. Und dieses Konzept vermutlich auch bald schon die zahllosen Events in Wien bereichern wird.
Neues Event-Konzept nicht ganz so neu
Auch wenn der Ansatz der Eventstage wie eine kleine Revolution der Fortgeh-Kultur daherkommt, ist dieses Event-Konzept, das auf Teenager zugeschnitten ist, natürlich nicht neu. Von 1986 bis 1989 sorgte Alphy’s Soda Pop Club in Hollywood für Furore. Dabei handelt es sich um eine Art Disco für Kids jünger als 16 Jahre.
Der Club garantierte einen Dancefloor mit den angesagtesten Teen-Stars der damaligen Zeit und, natürlich auch nicht zu verachten, gratis Soda bis zum Umfallen. Das ultimative Teenager-Wunderland. Besucht von Ricky Schroder, Alfonso Ribeiro, Corey Feldman, Nicole Eggert, Alyssa Milano, Scott Grimes usw.
Es soll dabei nicht unerwähnt bleiben, dass Alphy’s Soda Pop Club natürlich außergewöhnlich exklusiv war. Als normaler Teenager kam man da natürlich nicht rein. Bekannt war der Club bei allen, aber nur diejenigen, die Glück hatten, konnten bei den illustren Discoabenden auch teilnehmen.
Fazit
Ob dieses Club-Konzept jetzt sinnvoll oder doch eher bescheuert ist, lässt sich natürlich nicht nach der bekannten und einfachen schwarz-weiß-Methode bestimmen. Das Gute und das Böse kommen oftmals Hand in Hand um die Ecke gebogen.
Junge Menschen behutsam und langsam an eine nicht immer friedvolle Fortgeh-Kultur heranzuführen, ist natürlich eine gute Sache. Und sollte das Konzept zu einem reflektierten Umgang mit Alkohol (und anderen Substanzen) führen, ist das natürlich mehr als zu begrüßen. Ob das dann wirklich so passiert, kann natürlich nicht versprochen werden. Doch es bleibt einem immer noch die Hoffnung. Nicht nur für die Fortgeh-Szene in Kärnten, sondern auch für die Clubs in Wien.
Titelbild © Shutterstock
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