Wer kennt es nicht? Wieder einmal begibt man sich auf eine erotische Reise mit seinem Gegenüber, fällt tiefer und tiefer in das intensive Zusammenspiel zweier Körper und kommt zum langersehnten Höhepunkt. Und plötzlich, ja, ganz plötzlich ist sie da – die Post Nut Clarity. Alles ein einziger Irrtum und eigentlich so gar nicht das, was man wollte. Was die Wissenschaft versucht, mit Hormonen und Körperfunktionen zu erklären, kennt eigentlich fast jede:r. Und letztlich möchte niemand diesen Moment erleben, außer es geht wirklich um den Push von Kreativität und Aktivität. Wir behandeln aber vorwiegend das triviale „böse Erwachen“ und versuchen, der schönsten Nebensache der Welt nicht zu viel Ernsthaftigkeit beizumessen.
Vorabinfo: Es geht hier nicht um eine Fuckboy-Story, sondern viel mehr um einen Umstand, den – wenn du ehrlich zu dir selbst bist – fast schon jede:r erlebt hat. Außerdem betrifft dieses Phänomen Frauen und Männer gleichermaßen. Obwohl natürlich Frau im Schnitt seltener, weil auch seltener im Zweierspiel mit einem Höhepunkt gesegnet.
Eine Erfahrung, die niemand gerne macht
Während einer Party bekam ich mal wieder eine Nachricht eines Tinder-Fräuleins, dem ich voreilig meine Nummer gegeben hatte. Ja, wer nutzt Tinder schon gerne in der Öffentlichkeit? So grob es auch klingen mag, aber so wirklich verstanden haben wir uns jetzt nicht. Das war wohl eher sowas Oberflächliches. Aber sie schrieb mir. Mitten in der Nacht.
Ich sollte auf eine kleine Afterhour kommen. 2 Mädels, 2 Jungs. Und man könnte ja schauen, was dann noch passiert. Offen gestanden war ich etwas überfällig. Also sexuell. Ich hatte in letzter Zeit weder selbst Hand angelegt, noch hatte ich eine Möglichkeit, mich mit einer Frau etwas vom Druck zu befreien. Ich war ja erwachsen geworden. Da springe ich doch nicht mehr mit jeder x-beliebigen Frau ins Bett – so dachte ich zumindest rational.
In diesem Vierersetting merkte ich schon, dass da was aufkam. Innere Bedürfnisse. Die Lust, mich körperlich in einer Frau zu entfalten. In der Küche schnappte ich mir dann das Mädl und veranstaltete mit ihr einen recht intensiven Zungentanz. Da schon kurz die Frage: „Will ich das wirklich?“ Die Antwort gab mir mein Körper recht unmissverständlich. Enge Hosen.
Der Abend lief so dahin. Und eines kam zum anderen, wir kamen zu mir und ich kam recht schnell. Sollte auch mal passieren dürfen. War ja wie gesagt etwas überfällig. Aber dann schoss sie ein – die Post Nut Clarity. Reue. Scham. Ekel vor mir selbst. Wo vor zwei Minuten noch absolutes und dringendes Bedürfnis war, lag jetzt ein Häufchen Elend, das gerne davonrennen würde. So leid mir das auch tat, aber ich wollte nicht mehr angegriffen werden oder gar irgendetwas reden. Sie schlief trotzdem bei mir – wer wirft schon eine Frau um 5 Uhr morgens raus? Am nächsten Morgen „musste ich arbeiten“. Es war Samstag. Und es war eine Ausrede. Aber sie funktionierte.
Ich ging in mich. Es war nicht das erste Mal, dass so etwas passierte. Wer schon mal Sex mit der/dem Ex hatte, es aber eigentlich nicht wollte, weiß, wovon ich spreche. Auch mir so passiert – wenn dich die Rationalität in wichtigen Momenten vollends im Stich lässt.
Was ist Post Nut Clarity?
Kurz gefasst: Es ist der Moment der Klarheit, der dich ereilt, nachdem der Orgasmus zugeschlagen hat. Das kann beim Sex passieren oder aber auch, wenn man sich beispielsweise zu einem mehr oder weniger verwerflichen, aber für einen selbst etwas verstörenden und unüblichen Schmuddel-Filmchen einen von der Palme gewedelt, oder im Falle einer Frau, nachdem sie – wie es die Ulknudel Carolin Kebekus bezeichnen würde – die Mona Lisa gepinselt hat.
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Letztlich geht man bei der Post Nut Clarity von zwei Arten der „Erleuchtung“ aus. Die negative Klarheit, die letztlich in Schamgefühl und Reue endet. Also jene Erkenntnis, die dich dazu bringt, diesen Orgasmus oder zumindest den Weg dorthin zu bereuen. Und dann gibt es noch die von der Wissenschaft debattierte positive Klarheit. Ehrlich gesagt, bin ich jetzt nicht der Typ, der nach dem Orgasmus aufspringt und mit den geilsten Ideen die Welt beglückt oder gar superkreativ ist. Doch es gibt diese Menschen scheinbar.
Die positive Post Nut Clarity: wenn der benebelte Geist Klarheit gewinnt
Gehen wir davon aus, dass wir vor dem Orgasmus, also gesteuert von Trieben und Lust, nur an das eine denken, dann haben wir nach dem kleinen Feuerwerk die Möglichkeit, die Dinge klarer und unbehindert zu sehen. Klingt logisch. Aber das ist noch nicht die Spitze des Eisberges. Ist ja nämlich nicht so, dass man nicht hin und wieder auch an Dinge abgesehen von Sex denkt. Essen zum Beispiel – Zwinkersmiley.
In der Tat setzt unser Körper beim Orgasmus Hormone frei. Auch logisch. Sonst würde es uns wohl kaum so einen Spaß machen und wir ließen es dann nur zur Fortpflanzung darauf ankommen. Eines dieser Wundermittelchen, die durch unseren Körper rauschen, sind Endorphine. Diese sorgen für ein Glücksgefühl und eine Reduktion von Schmerz.
Wer sich hin und wieder sportlich betätigt, kennt vielleicht sogar das Runner’s High. Und zudem auch die Tatsache, dass man durch das Laufen den Kopf frei bekommt. Das ist quasi ein bisschen wie ein Orgasmus – nur in lang und mühsam. Beim Laufen als auch beim Orgasmus gibt es einen wunderbaren Nebeneffekt – den Stressabbau. Und auf diesen führen Wissenschaftler:innen auch die Möglichkeit zurück, klarer denken zu können.
Post Nut Clarity für das Gute nutzen
In der Tat muss es also nicht immer im Desaster enden. Es besteht auch die Möglichkeit, Sex als gesundes Ventil – wenn mit den richtigen Menschen oder mit sich selbst praktiziert – zu nutzen. Letztlich debattieren wie in so vielen Themen die Wissenschaftler:innen beider Meinungsrichtungen in Sachen Post Nut Clarity weiter und werden sich nicht wirklich einig. Aber eines ist sicher – Orgasmen lichten den Nebel der „notgeilen Benommenheit“. Ob das nun Klarheit ist oder einfach nur die Befreiung von störenden Trieben, ist doch letztlich egal. Sex macht den meisten Menschen Spaß. Allein, zu zweit, zu dritt, zu viert… Aber auch mit Sexspielzeug kann man allein ordentlich Spaß haben.
Real Talk: Wer flachgelegt werden möchte – ob nun Frau oder Mann -, kommt eben nur schwer von den Gedanken an Sex weg. Unsere Hemmungen sinken, wir machen unvernünftige Dinge, geben Verlockungen leichter nach. Wer sich sonst vor Scham nicht vor jemand anderem ausziehen möchte, tut dies ganz plötzlich und auf wundersame Weise äußerst rasch. Oder wer sonst nicht stöhnt, lässt plötzlich Laute von sich. Ja, so ist das eben mit dem kleinen Tod. Auch, wenn du manchmal gern danach vor Scham am liebsten sterben würdest.
Aber mit ein bisschen Übung kann das auch jede:r für sich nutzen. Stressabbau durch Masturbation – ob als Frau oder als Mann -, Masturbation vor dem Date, um Fettnäpfchen zu vermeiden oder den Druck zu reduzieren, oder zum Beispiel in einer Beziehung, um negative Spannungen abzubauen.
Solltest du aber stets Orgasmen haben, die du bereust, und aufgrund nicht zu bändigender Geilheit gesucht hast, dürfte dies womöglich ein Zeichen für ein tiefgehendes Problem sein als reiner Post Nut Clarity. Zum Beispiel Sexsucht. In solchen Fällen solltest du vielleicht den Rat einer Therapeutin aufsuchen.
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