Laut Definition, bedeutet Sologamie eine Heirat mit sich selbst. Was zuerst einmal wie ein Witz klingt, ist bei näherer Betrachtung psychologisch vielleicht doch wertvoll. Doch woher kommt dieser Trend und was bedeutet eine Selbstheirat?
Stars und Sternchen machen es uns vor: Selena Gomez und auch Adriana Lima, haben den Schritt gewagt und sich selbst geheiratet. Doch schon im Jahre 2003 hören wir von so einer Selbstheirat, nämlich in der bekannten Serie Sex and the City. Carrie Bradshaw (alias Sarah Jessica Parker), stellt sich in der neunten Folge der sechsten Staffel die Frage, wieso sie Hochzeits- und Babygeschenke für ihre Freundinnen kaufen muss, wenn sie diese doch vielleicht nie zurückbekommt.
Denn, vielleicht heiratet sie ja nie und bekommt auch keine Kinder. Also heiratet sie sich selbst, um auch ein Hochzeitsgeschenk zu bekommen. In der Serie ist diese Heirat allerdings nur platonisch — Carrie feiert am Ende keine Hochzeit mit sich selbst. Also doch ein klein wenig anders, als der Realitätstrend.
Die wichtigsten Fakten zur Sologamie
- Wie Polygamie und Monogamie ist die Sologamie eine Beziehungsform. Laut der Definition braucht es für diese Form allerdings keine weitere Person – es ist eine Heirat mit sich selbst.
- Der Trend stammt aus den USA. Die meisten, die sich für so eine Heirat entscheiden, sind Frauen. Die Ehe mit sich selbst wird als Ausdruck von Selbstliebe verstanden.
- Ob es eine Zeremonie alleine, eine große Feier oder eine klassische Hochzeit sein soll, entscheidet jede*r für sich selbst. Auch bei einer Selbstheirat sind keine Grenzen gesetzt.
Sologamie: Warum sich selbst heiraten?
Wie oben schon erwähnt, kann dies ein Ausdruck der Selbstliebe sein. Wie auch Adriana Lima berichtet, wird das Symbol mit einem Ring oder einer Feier, noch verstärkt.
Manche entscheiden sich zu einer Selbstheirat, damit sie auch nach außen hin zeigen, dass sie keinen anderen Menschen brauchen, um glücklich zu sein.
Wieder andere, heiraten sich selbst, damit sie ihre Hochzeit erleben können, ohne dafür ewig nach einem oder einer Partner*in suchen zu müssen. Doch auch vergangene, unglückliche Beziehungen, bringen manche dazu, sich selbst die lebenslange Treue zu schwören.
Wo ist eine Selbstheirat erlaubt?
In welchen Ländern kann man sich selbst heiraten? Auch in Österreich könntest du dich selbst heiraten — allerdings nur als symbolischen Akt. Sologamie wird weder rechtlich noch steuerlich anerkannt. Du kannst also mit dir selbst Hochzeit feiern — wirst davon allerdings keine Steuervorteile bekommen oder auch sonst rechtlichen Zuspruch für diese Ehe finden.
Sologamie: Klingt dieser Trend eher nach Narzissmus?
Der lauteste Kritikpunkt der Sologamie ist der Narzissmus. Kritiker*innen verweisen darauf, dass die Ehe mit sich selbst, auch auf Narzissmus hinweisen kann. Sprich, dass dieser Trend mehr auf die Selbstverliebtheit der Akteur*innen hinweist, als auf irgendetwas anderes. Allerdings gehe es laut den Akteur*innen darum, sich selbst zu lieben und zu schätzen. Das Stigma soll durchbrochen werden, in welchem eine andere Person, eine Heirat oder Kinder benötigt, um glücklich zu sein. Es gehe darum, eine gesunde Beziehung mit sich selbst zu führen.
Und mal ehrlich, nie mehr die Frage beantworten zu müssen, wann man denn endlich eine feste Beziehung oder eine*n Ehepartner*in findet, klingt sehr verlockend. Ebenfalls stellen wir uns, die „Ehe-Streits“ in einer Sologamie, sehr friedvoll vor. Wie dem auch sei, ob sich die Sologamie durchsetzen wird oder wie viele Trends bald wieder vergeht, werden wir in Zukunft bald bezeugen dürfen.
Titelbild © Shutterstock
DAS KÖNNTE SIE AUCH INTERESSIEREN
Schlafstörungen: 10 Tipps einer Psychotherapeutin
Laut einer kürzlich veröffentlichen Studie leiden 18 Prozent der ÖstereicherInnen an Schlafstörungen. Vor Corona waren es nur sieben Prozent. Wir […]
Toxic Driver: übertriebene Männlichkeit auf der Überholspur
Rasen. In Österreich immer noch ein Kavaliersdelikt. Auch wenn man gemeingefährlichen Rasern den Kampf ansagt. Bei genauer Hinsicht entpuppt sich, […]
Fuckboy – warum manche Frauen lieber zuhören als schimpfen sollten
Knapp vor dem Ende der besten Dekade meines Lebens wurde ich persönlich ein paar Mal mit einem Wort konfrontiert, das mir bisher nur beiläufig ein Begriff war, mir dann aber nach einer kurzen Google- Recherche ziemlich sauer aufstieß. Fuckboy – eine Bezeichnung, die meines Erachtens viel zu leichtfertig verwendet und von manchen Frauen zudem als Entschuldigung für ihr fehlendes Hinhören missbraucht wird.
Greenwashing - wenn Unternehmen die Verbraucher verhöhnen
Nachhaltigkeit und fairer Handel wird in unserer Gesellschaft immer wichtiger, das haben längst auch Unternehmen begriffen, denn Bio, Fairtrade und Co. verkaufen sich gut. Der Markt der Zukunft ist grün, zumindest optisch. Oft steckt aber eine glatte Lüge dahinter.
State of the Union: Eheprobleme, verpackt in geniale Mini-Serie
Rosamund Pike und Chris O’Dowd brillieren als herrlich verschrobenes Paar vor der Trennung in Stephen Frears Mini-Serie State of the Union.
Es geht um Vernunft, nicht um Regeln
Mit dem zweiten Lockdown wieder der Aufschrei. Nach dem Vertrauensverlust in die aktuelle Regierung nur zu verständlich. Der Frust steigt. […]







