Der Klimawandel aka. der Untergang der Welt macht uns Menschen seit ein paar Jahren sehr zu schaffen. Der Markt an alternativen Konzepten boomt. Vor allem, was die Energiegewinnung betrifft. Diesen Forschungsbereich hat Putin mit seinem Ukraine-Krieg noch einmal verstärkt. Und siehe da, Forscher:innen der University of Cambridge kommen mit etwas Neuem daher. Sie verwenden nämlich Algen, um Computer mit Strom zu versorgen. Ein Erfolg für die Nachhaltigkeits-Forschung.
Algen: neue Hoffnung für die Menschheit
Vor kurzem hieß es noch ganz dystopisch: ab 2030 gibt es keine Smartphones mehr. Forscher:innen aus England haben, was das betrifft, jedoch eine wertvolle und neue Erkenntnis erlangt. Diese haben Algen verwendet, um einen Computer ein Jahr lang kontinuierlich mit Strom zu versorgen.
Laut den Wissenschaftler:innen hat ihr neues und innovatives „System“ eine ähnliche Größe wie eine AA-Batterie. Enthält dabei jedoch eine ungiftige Art von Blaualgen namens Synechocystis. Dieser Algentypus „erntet auf natürliche Weise durch Photosynthese Energie aus der Sonne“, so die Cambridge Universität zu der Innovation.
Grüne erneuerbare Energie – Hoffnung für die Nachhaltigkeit
Die Forscher:innen glauben, dass ihr neues System enormes Potenzial hat, zuverlässig und mit erneuerbarer Energie, kleine Geräte mit Strom zu versorgen, da es aus „üblichen, kostengünstigen und weitgehend recycelbaren Materialien“ hergestellt wird. Was bedeutet, dass es ganz easy repliziert werden kann – hunderttausendfach – und eine große Anzahl kleiner Geräte als Teil des Internets der Dinge mit Strom zu versorgen könnte.
Das Internet der Dinge ist ein riesiges und wachsendes Netzwerk elektronischer Geräte, die nur wenig Strom verbrauchen und Echtzeitdaten über das Internet sammeln und teilen, wie z. B. Smartwatches. Der durch Photosynthese erzeugte elektrische Strom des neuartigen Systems interagiert mit einer Aluminiumelektrode, die zur Stromversorgung des Mikroprozessors verwendet wird.
© Cambridge University
Besser als herkömmliche Batterien
Wie Prof. Christopher Howe von der Abteilung für Biochemie der Universität Cambridge bestätigt, läuft deren photosynthetisches Gerät nicht so leer wie eine gewöhnliche Batterie, weil es kontinuierlich Licht als Energiequelle verwendet.
Im Experiment der Cambridge University wurde dieser Ansatz verwendet, um einen Arm Cortex M0+ mit Strom zu versorgen. Das ist ein Mikroprozessor, der häufig in Internet-of-Things-Geräten verwendet wird. Das in Cambridge ansässige Mikroprozessor-Designunternehmen Arm arbeitete mit den Cambridge-Forscher:innen an dem Projekt zusammen.
Funktioniert auch in der Dunkelheit
Obwohl Licht benötigt wird, kann das Gerät trotzdem auch in Zeiten der Dunkelheit weiterhin Strom produzieren, so die Forscher:innen. Das liegt vermutlich daran, dass die Algen einen Teil ihrer Nahrung erst verarbeiten, wenn kein Licht vorhanden ist und so weiterhin Strom erzeugt werden kann.
Die „Algenbatterie“: ein unerwarteter Erfolg für die Nachhaltigkeit
Dr. Paolo Bombelli vom Department of Biochemistry der University of Cambridge sagte zu dieser Innovation: „Wir waren beeindruckt, wie konstant das System über einen langen Zeitraum funktionierte – wir dachten, es würde nach ein paar Wochen aufhören, aber es lief einfach weiter.“ Und das scheinbar ein ganzes Jahr lang.
Doch vor einem allzu frühen Frohlocken sei gewarnt. Noch sollte man weiterhin in seinem eigenen Leben für mehr Nachhaltigkeit sorgen und beispielsweise auf nachhaltige Mode setzen, anstatt als absolute Lösung in diese neuen Errungenschaften zu vertrauen. Denn innovative Lösungen gibt es viele. Die Frage ist, wann und ob sich so etwas überhaupt jemals durchsetzt und Teil unseres Alltags wird. Voraussichtlich in 5 Jahren, heißt es. Ob das dann wirklich so sein wird, bleibt abzuwarten.
Titelbild © Shutterstock
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