Hörst du das Kettenrasseln schon? Spätestens wenn es draußen dunkel wird und die Glocken läuten, wissen wir: Es ist wieder soweit. Der 5. Dezember naht und mit ihm der wohl dunkelste Geselle der österreichischen Tradition. Aber mal ehrlich: Geht’s beim Krampus heute noch um echtes Brauchtum oder ist das Ganze längst zum reinen Event-Hype mutiert? Wir haben uns den haarigen Kult mal genauer angeschaut.
Hand aufs Herz: Wen von euch hat es als Kind nicht zumindest ein bissl gerissen, wenn der Nikolaus seinen „bösen Zwilling“ dabei hatte? Diese Mischung aus Angst, Faszination und dem schnellen Check, ob man eh brav genug war, gehört zu einer österreichischen Kindheit wie der Staubzucker auf den Kaiserschmarrn. Aber die Zeiten ändern sich – und der Krampus gleich mit.
Back to the Roots: Woher kommt der Brauch?
Bevor wir über Pyro-Technik reden, kurz ein Blick in die Geschichtsbücher. Ursprünglich ist der Krampus der klassische „Bad Cop“ an der Seite vom heiligen Nikolaus. Während der Nikolo Nüsse und Mandarinen verteilt, ist der Krampus für die „Erziehungsmaßnahmen“ zuständig. Rute statt Schokolade.
Seine Wurzeln gehen tief rein ins Heidnische. Ähnlich wie die Perchten (die traditionell eigentlich erst in den Rauhnächten im Jänner und nicht im Advent unterwegs sind) sollten die schaurigen Masken das Böse und den Winter vertreiben. Heute geht es aber oft weniger um Geisteraustreibung, sondern darum, wer die krasseste Maske geschnitzt hat.
Vom Hausbesuch zum Mega-Event
Früher war der Krampuslauf eine lokale G’schicht im Dorf oder im Grätzl. Da ging es wild zu, da gab es auch mal ordentlich was auf die Beine. Heute schaut die Sache oft anders aus. Wenn du zu einem der großen Läufe gehst, erwartet dich oft weniger stille Tradition, sondern pures Festival-Feeling: Heavy Metal statt Glockengeläut, Bengalos statt Kerzenschein und Selfie-Alarm an jeder Ecke.
Ist das schlimm? Ansichtssache! Klar, Puristen sagen: „Oida, das hat mit Tradition nix mehr zu tun!“ Aber andererseits halten diese Events den Brauch am Leben und machen ihn für eine Generation spannend, die Action will. Es ist Tradition 2.0 – lauter, bunter, spektakulärer.
Unser Fazit
Warum nicht beides? Der Krampus gehört zu uns. Er ist dieses herrliche bisschen Anarchie in der sonst so besinnlichen Zeit. Ob du ihn nun beim gemütlichen Punsch triffst oder dir die volle Dröhnung bei einem Show-Lauf gibst: Wichtig ist, dass wir dieses Stück Kultur feiern. Also: Fürchtet euch nicht (zu sehr)!
Save the Date: Wo du dem Krampus „Hallo“ sagen kannst
Du willst dir das Spektakel live geben, aber sicher sein, dass du danach noch heil nach Hause kommst? Wir haben die Termine für dich gecheckt:
- Die „Teuflischen Kreaturen“ im Schloss (13. Dezember): Streich dir den 13.12. rot im Kalender an! Im Schloss Neugebäude in Simmering wird es ab 18:00 Uhr laut. Unter dem Motto „Teuflische Kreaturen“ ziehen gleich 6 Gruppen durch das Schlossareal. Das Beste: Der Eintritt ist frei und die Show ist ausdrücklich familienfreundlich– also Grusel-Light ohne Trauma-Gefahr. Gratis Parkplätze gibt’s übrigens direkt daneben, falls du nicht mit der U3 kommst.
- Perchten-Action im Böhmischen Prater (14. Dezember): Wenn du am Tag drauf gleich weitermachen willst: Im Böhmischen Prater (Favoriten) geht es am Sonntag, den 14.12., weiter. Ab 15:00 Uhr gibt es dort einen Perchtenlauf. Perfekt, um bei einem Langos den Grusel-Faktor zu genießen, ohne gleich mitten im Moshpit zu stehen.
- Die „Safe Bet“ am 5. & 6. Dezember: Direkt rund um den Nikolo-Tag ziehen viele kleine Gruppen spontan durch die Einkaufsstraßen (z.B. Mariahilfer Straße) oder über die Christkindlmärkte (z.B. Karlsplatz). Einfach Augen offen halten beim Punsch-Trinken – manchmal steht der Krampus schneller neben dir, als du „Prost“ sagen kannst!
Titelbild © Shutterstock
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Also, viel Spaß beim ersten Teil unserer Wiener „Wuchteln“, oder einfach gesagt, wie man sich auf wienerisch verständigt.
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