Der Unterschied zwischen einem normalen Anti-Schuppen-Shampoo und einem Shampoo bei seborrhoischem Ekzem
Schuppen kennt fast jeder. Ein paar helle Hautschüppchen im Haar oder auf dem Pullover sind zunächst nichts Ungewöhnliches. Manchmal steckt dahinter aber mehr als eine trockene Kopfhaut. Rötungen, fettige Schuppen oder wiederkehrende Beschwerden können beispielsweise auf ein seborrhoisches Ekzem hinweisen. Dann stellt sich die Frage, ob ein gewöhnliches Anti-Schuppen-Shampoo ausreicht oder ein Produkt für eine gezieltere Behandlung sinnvoller ist.
Normale Schuppen und seborrhoisches Ekzem
Ein Shampoo für Schuppenflechte oder ein Anti-Schuppen-Shampoo ist nicht automatisch für absolut jede schuppende Kopfhaut geeignet. Schuppenflechte und seborrhoisches Ekzem sind unterschiedliche Hauterkrankungen und benötigen unter Umständen eine andere Behandlung.
Und gewöhnliche Schuppen sind nicht unbedingt ein Zeichen für eine Erkrankung. Sie können durch verschiedene Faktoren entstehen und gehen häufig mit einer leicht trockenen oder juckenden Kopfhaut einher. Anti-Schuppen-Shampoos enthalten deshalb Wirkstoffe, die beispielsweise die Schuppenbildung reduzieren oder die Kopfhaut beruhigen. Zu den häufig verwendeten Inhaltsstoffen gehören unter anderem Salicylsäure, Selendisulfid, Schwefel und Ketoconazol.
Was ist ein seborrhoisches Ekzem?
Das seborrhoische Ekzem ist eine entzündliche Hauterkrankung. Typisch sind dabei Symptome wie gerötete Hautstellen und fettige, gelbliche Schuppen. Besonders häufig betroffen sind die Kopfhaut, der Haaransatz, die Augenbrauen und die Bereiche neben der Nase. Die Erkrankung ist nicht ansteckend und kann bei Erwachsenen leider immer wieder auftreten.
Bei der Entstehung spielen mehrere Faktoren eine Rolle. Dazu gehören unter anderem eine erhöhte Talgproduktion, aber auch Hautkeime wie der Hefepilz Malassezia. Deshalb reicht es bei einem seborrhoischen Ekzem nicht immer aus, lediglich die sichtbaren Schuppen zu entfernen.
Warum spezielle Shampoos sinnvoll sein können
Bei einem seborrhoischen Ekzem kommen auch Shampoos mit antimykotischen Wirkstoffen zum Einsatz. Sie richten sich gegen die übermäßige Vermehrung bestimmter Hefepilze auf der Kopfhaut. Ein bekannter Wirkstoff ist Ketoconazol.
Allerdings bedeutet das nicht, dass ein normales Anti-Schuppen-Shampoo bei einem seborrhoischen Ekzem grundsätzlich wirkungslos wäre. Laut der American Academy of Dermatology können Anti-Schuppen-Shampoos leichte bis mittelschwere Formen eines seborrhoischen Ekzems auf der Kopfhaut behandeln. Entscheidend ist immer, welche Wirkstoffe enthalten sind und wie gut das jeweilige Produkt vertragen wird.
Bei stärkeren Beschwerden kann aber auch eine ärztliche Behandlung notwendig sein. Je nach Ausprägung kommen beispielsweise weitere Medikamente oder eine Kombination verschiedener Behandlungen infrage. Das Gesundheitsportal des Bundes empfiehlt grundsätzlich, die Erkrankung ärztlich abklären zu lassen, da auch andere Hautprobleme sehr ähnliche Symptome verursachen können.
Wie wird ein medizinisches Shampoo richtig angewendet?
Ein häufiger Fehler ist, ein medizinisches Shampoo wie ein gewöhnliches Haarshampoo zu verwenden. Je nach Produkt sollte es einige Minuten auf der Kopfhaut bleiben, bevor es ausgespült wird. Nur so kann der enthaltene Wirkstoff ausreichend lange einwirken.
Auch die Häufigkeit der Anwendung unterscheidet sich. Manche Shampoos werden mehrmals pro Woche verwendet, andere eignen sich eher für eine gelegentliche Anwendung. Deshalb sollte immer gut die jeweilige Packungsbeilage gelesen werden.
Bei der Anwendung kommt es außerdem darauf an, die Kopfhaut und nicht nur die Haarlängen zu erreichen. Starkes Kratzen oder Schrubben ist dagegen gar keine gute Idee, da die ohnehin gereizte Haut dadurch zusätzlich belastet werden kann.
Welches Shampoo ist also die richtige Wahl?
Bei gelegentlichen, feinen Schuppen kann ein herkömmliches Anti-Schuppen-Shampoo vollkommen ausreichen. Wenn die Kopfhaut dagegen regelmäßig gerötet ist, fettige Schuppen auftreten oder die Beschwerden immer wieder zurückkehren, lohnt sich immer eine genauere Abklärung.
Ein Shampoo kann die Symptome eines seborrhoischen Ekzems lindern und bei leichteren Formen sogar gut als Behandlung ausreichen. Trotzdem sollte nicht jede schuppige Kopfhaut automatisch als seborrhoisches Ekzem eingeordnet werden.
Am Ende kommt es deshalb weniger darauf an, was vorne auf der Flasche steht. Entscheidend sind die Ursache der Schuppen, die enthaltenen Wirkstoffe und die Reaktion der eigenen Kopfhaut darauf.
Titelbild © Pexels
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