Zwei Brüder attackieren Wien: Blümel-ÖVP mit Wahlkampf aus der untersten Schublade?
Um die ÖVP kommen immer wieder „lustige Zufälle“ zustande. Vor allem auch, wenn es um den Spitzenkandidaten der Wien Wahl Gernot Blümel geht – der ja bekanntlich sogar vergisst, dass er einen Laptop hat. Gestern erschien auf heute.at ein Artikel, der mit der Geschichte zweier junger Männer Wiens Gesundheitspolitik ins Visier nimmt. Auf den ersten Blick legitim, doch ein Blick hinter die Kulissen offenbart parteipolitisches Kalkül.
Medien machen Politik. Seit den Regierungen Kurz mehr denn je. Bereits während des Untersuchungsausschusses zum Fall Ibiza kam es zu einem Eklat, nachdem der Kurier in seiner Online-Ausgabe die WKStA (Wirtschafts- und Korruptionsstaatsanwaltschaft) bezichtigt hatte, den U-Ausschuss für seine eigenen Zwecke zu nutzen. Das roch stark nach einer parteipolitischen Kampagne.
"Wieso mögt ihr mich nicht?" Kanzler Sebastian Kurz ruft Chefredakteure gerne persönlich an. Wo verläuft die Grenze zur Intervention? @barbaratoth https://t.co/PhdIJ4JSzR
— @falter_at (@falter_at) May 27, 2020
Seit Kurz nimmt das Spiel zwischen Medien und Politik aber immer mehr eine gefährliche Richtung ein. Nicht mehr die Medien machen Politik, sondern die Politik macht zusehends Medien. So scheint es zumindest, betrachtet man die Anrufe des Bundeskanzlers bei zahlreichen Chefredakteuren.
Die direkte Intervention der Politik bei Medien geht damit weit über Inserate und Parteiwerbung hinaus. Eine Grenzüberschreitung des Bundeskanzlers und damit ein weiterer Schritt in eine gefährliche Richtung.
Im Umfeld eines jungen Wiener Brüderpaars häuften sich die Corona-Fälle. Im Gespräch mit "Heute" sagen sie: "Wien hat Corona nicht im Griff". https://t.co/OOmuyBxku4
— heute.at (@Heute_at) September 21, 2020
Mit der Veröffentlichung von heute.at am 21.09. entsteht erneut der Eindruck, die Politik greife auf eine bedenkliche Weise auf Medien zurück. Nachdem sich zwei Brüder in einem „Interview“ (der Beitrag von heute.at) gegen den Umgang mit Corona in Wien äußern, stellt sich nach kurzer Recherche der genannten Namen heraus, dass es sich zumindest bei einem von ihnen um einen ÖVP-Aktivisten handelt.
Dieser ist zudem auf einem Bild zu sehen, das Gernot Blümel 2018 gepostet hat. Parteipolitisches Wien-Bashing zufällig vor der anstehenden Wahl.
Immerhin ist Wien ein großer Dorn im Auge der ÖVP-dominierten Bundesregierung. Sie sehen ständig rot, wenn es um die Bundeshauptstadt geht. Es sei einmal dahingestellt, inwiefern die Kritik um die Hotline 1450 legitim ist – immerhint wurde auch seitens der Stadt Wien mittlerweile auf den Engpass reagiert.
Doch mit laufenden Meldungen von heute.at im Zuge des Wahlkampfes offenbart jener Bericht mit den zwei Brüdern letztlich Parteikalkül, um einen weiteren Schritt für die Neufärbung des „Roten Wiens“ zu setzen.
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