Ein Besuch bei der viennacontemporary 2025 – Kunst, Preise und die Frage nach unserer Zukunft
Die Messe Wien Halle D wurde letztes Wochenende zum Hotspot für alle, die zeitgenössische Kunst lieben – oder einfach mal wissen wollten, wohin sich die Szene gerade bewegt. viennacontemporary 2025 lockte mit mehr als 350 Künstler:innen und 102 Aussteller:innen aus 23 Ländern. Von minimalistischen Objekten über raumgreifende Installationen bis hin zu multimedialen Arbeiten war alles dabei. WARDA Network war nicht nur stolzer Partner der Messe, sondern für euch auch direkt vor Ort unterwegs.
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Erste Eindrücke: Energie, Vielfalt, Überforderung
Schon beim Eintreten merkt man: Hier geht es nicht nur um Kunst an der Wand, sondern um Räume, Diskurse und Begegnungen. Manche Stände laden zum Verweilen ein, andere beeindruckten durch ihre Fülle an Arbeiten. Besonders die kuratierte Plattform ZONE1, die jungen Positionen aus Österreich zeigt, war dicht belagert – verständlich, denn genau dort wurden die wichtigsten Preise vergeben.
Kunst, die Fragen stellt
Auffällig viele Werke beschäftigten sich mit Themen, die gerade überall diskutiert werden: Migration und Vertreibung tauchten in Malerei und Fotografie auf, oft subtil, manchmal direkt politisch. Queerness und Körper wurden performativ, skulptural oder in Videoarbeiten verhandelt. Digitale Desinformation und das Spiel mit technologischen Manipulationen boten kritische wie humorvolle Zugänge.
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Ein Highlight: die Präsentation von Natalia Sýkorová bei der Galerie VUNU, ausgezeichnet mit dem Bildrecht SOLO Award 2025. Skulpturen, Wasser, organische Formen – ein multisensorischer Raum, der Fragilität und Widerstand zugleich spürbar machte.
Preise & Anerkennungen
Münze Österreich Preis (€ 35.000) ging an Kateryna Lysovenko (Ukraine). Ihre Malereien oszillieren zwischen persönlicher Erinnerung und kollektiven Traumata – und treffen den Nerv der Zeit.
Wie erwähnt wurden Natalia Sýkorová & VUNU mit dem SOLO Award 2025 geehrt.
Sculpture Project: Lukas Thaler überzeugte mit Seating Variations – gravierte Kalksteinbänke, die zeigen, dass Kunst auch praktisch sein kann. Gekauft von JP Immobilien und damit vielleicht bald im öffentlichen Raum nutzbar.
Nicht zuletzt ging der Art for Stronger Democracies Preis an Ulrike Müller, deren großformatiges Wandbild The Conference of the Animals längst Kultstatus hat.
Messe-Atmosphäre: Zwischen Business und Inspiration
Natürlich ging es nicht nur um Kunst, sondern auch ums Netzwerken und Verkaufen. Internationale Sammler:innen waren ebenso unterwegs wie Wiener Szeneleute, Kurator:innen und Neugierige, die sich einfach treiben ließen. Zwischen Galerie-Talks, spontanen Begegnungen und einem Glas Wein wurde klar: viennacontemporary ist nicht nur Markt, sondern Dialogplattform.
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Fazit: Ein Blick nach vorne
Die diesjährige Ausgabe zeigte deutlich: Kunst ist längst mehr als ästhetische Oberfläche. Sie ist politisch, sinnlich, herausfordernd – und manchmal unbequem. viennacontemporary 2025 hat diesen Puls eingefangen und in die Messe Wien gebracht.
Wer also noch immer denkt, Kunstmessen seien sterile Verkaufsausstellungen, hat hier das Gegenteil erlebt: Ein lebendiger Marktplatz für Ideen, Emotionen und Zukunftsfragen.
Pic by Jakob Kotzmuth
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