Der Einfall Russlands in die Ukraine Anfang des Jahres wirft noch immer so einige Fragen auf. Wirtschaftliche, menschliche, moralische. Ein kurzer Beitrag des ARTE-Formats Mit offenen Karten bietet dabei einen kleinen und spannenden Einblick in die geopolitischen Bewegungen Russlands und das von Sowjetnostalgie geprägte Denken Wladimir Putins. Für einen schnellen Statusbericht über Russland und seine Beziehungen zu den ehemaligen UdSSR-Staaten ist diese kurze Reportage jedem zu empfehlen.
Sowjetnostalgie prägt Putins geopolitische Handlungen
Eine überalternde Bevölkerung und der Verlust an Einfluss in das Weltgeschehen (im Sinne positiver Ansätze), aber auch in das Geschehen der Nachbarländer, prägt Russlands geopolitischen und strategischen Alltag. Die anderen Sowjet-Nachfolgestaaten sind von der Fläche her kleiner als Russland, aber im Durchschnitt bevölkerungsdichter. Und die Hinwendung zu westlichen und demokratischen Werten macht sie auch als Lebensmittelpunkt attraktiver als Putins Föderation.
Während viele der anderen ehemaligen Sowjetländer so etwas wie einen Fortschritt erleben konnten – natürlich bis zum Beginn des Ukraine-Krieges –, kackt Russland ganz schön ab. Denn die Einwohnerzahl sinkt und, wie schon erwähnt, die Bevölkerung wird immer älter, die wirtschaftliche Lage verschlechtert sich, und wer kann, rettet sich in den Westen (Brain Drain!).
Während das Imperium bröckelt, versucht man sich als Großmacht
Russland versucht seinen Status als Großmacht natürlich auszubauen. Anstatt mit wirtschaftlicher Überlegenheit macht man das jedoch mit Gewalt und fokussiert sich auf irgendwelche ideologisch besetzen Territorien. Das alles, während China immer mehr an Einfluss gewinnt und sogar die Nachbarländer (Kasachstan z. B.) wirtschaftlicher immer erfolgreicher werden und sich emanzipieren.
Trotz Bemühen Russlands verliert auch die russische Sprache selbst bei jungen Leuten zunehmen an Attraktivität. Russland stetiger Einfluss auf die ehemaligen Sowjetländer (und Nachbarstaaten) schwindet. Die Post-Sowjet-Ära ist eine Schmach für Russland. Ehemalige Sowjetländer kehren Russland den Rücken und wenden sich dem Westen und der Demokratie zu.
In all das und in vieles mehr bietet die ARTE-Reportage W. Putin: Die Sehnsucht nach dem Imperium der Reihe Mit offenen Karten einen kurzen, aber recht aufschlussreichen Einblick.
Titelbild © Shutterstock
DAS KÖNNTE SIE AUCH INTERESSIEREN
Pure – sehenswerte Arte-Serie um neurotisch sex-besessene Frau
In der britischen Miniserie „Pure“ geht es um eine junge Frau mit folgendem Problem: Sie wird ständig von unkontrollierbaren sexuellen Gedanken geplagt. Sex 24/7. Wer soll das nur aushalten?
Sexfluencer – 10 Profile, die das Internet ordentlich aufmischen
Social Media Plattformen zählen zu unseren täglichen Begleitern. Ob diese Entwicklung nun positive oder negative Auswirkungen zur Folge hat, sei vorerst […]
Stereotype und Sexismus in der Werbung - wenn falsche Rollenbilder prägen
Sexismus und Stereotypen waren und sind noch immer ein omnipräsentes Thema dieser Gesellschaft, egal ob für Männer oder Frauen – […]
Der Coaching-Boom: Hilfreich oder Wahnsinn?
Immer mehr Menschen besuchen Coachings, um Unterstützung zu bekommen. Doch die Methoden vieler Coaches sind fragwürdig. Abzocke-Alarm!
Marihuana und Religion - wenn Worte aus der Bibel Gras erlauben
Was ist das erste was dir einfällt, wenn du an Ganja denkst? Ich bin mir sicher, dass nur wenige Menschen jetzt mit „Gott“ oder „Glaube“ antworten werden. Dabei liegen diese Begriffe näher beieinander, als es anfangs scheint. Wir alle kennen jemanden, der aus religiösen Gründen weder kifft noch Alkohol trinkt, doch was wenn Ganja ein Teil der religiösen Praktik ist?
Wenn es draußen kälter wird und es sich zu Hause wärmer anfühlt
Der Winter verändert die Stadt. Die Luft wird kühler, die Abende früher und der Blick richtet sich stärker nach innen. […]








