„Je mehr Distanz, desto besser“, war das Mantra des Jahres 2020. Dies galt allerdings nicht für Datingapps – denn dort wurden so viele Kontakte geknüpft wie noch nie zuvor. Das ergibt auch der Jahresbericht von Tinder, den wir für euch analysiert und aufbereitet haben.
Black Lives Matter
Dieses Jahr wurde nicht nur durch Corona geprägt, sondern auch durch Schicksale, die die Welt veränderten. NutzerInnen solidarisierten sich mit Opfern des Rassismus und wiesen in ihren Biografien auf Black Lives Matter hin. Die Erwähnungen stiegen im Jahr 2020 um das 21-fache. Nach wie vor beliebte Themen sind außerdem Umweltschutz und Frauenrechte.
Tindern statt reisen
„Traveln“ konnte heuer leider nicht mehr als taugliches Hobby angegeben werden. Darunter litten natürlich alle Weltreisenden, die sich letztendlich mit ihren Balkonen und Familien zufriedengeben mussten. Glücklicherweise richtete Tinder die kostenlose Reisepass-Funktion ein, mit der man dennoch die große Liebe im Ausland suchen konnte. Diese Möglichkeit nutzten 16% der UserInnen, als die Grenzen noch geschlossen waren. Das beliebteste „Reiseziel“ der Deutschen war London.

Die beliebtesten Emojis in Deutschland
Das schulterzuckende Emoji drückte die permanente Unsicherheit und Verzweiflung der Menschen aus. Wenn UserInnen nicht gerade auf ihren Fotos mit Mund-Nasen-Schutz posierten, verwendeten sie stellvertretend das Emoji mit Maske. Für die Black-Lives-Matter-Bewegung wurden das schwarze Herz und die dunkelhäutige Faust benutzt. Auch beliebt waren die Weltkugel, der Einkaufswagen für Hamsterkäufe und das Bananenbrot.
Die Spotify-Favoriten
Glücklicherweise gibt es auf Tinder die Funktion, seine Lieblingssongs zu verlinken. Dadurch fällt die Kompatibilitäts-Prüfung nämlich leichter. Die Top 10 Songs waren Blinding Lights (The Weeknd), ROCKSTAR (ft. Roddy Ricch, DaBaby), The Box (Roddy Ricch), Life is Good (ft. Drake, Future), Laugh Now Cry Later (ft. Lil Durk, Drake), WAP (ft. Megan Thee Stallion, Cardi B), Roses – Imanbek Remix ( SAINt JHN, Imanbek), Circles (Post Malone), Draußen (Kitschkrieg) und Dance Monkey (Tones and I).
Die Top Eisbrecher
UserInnen wurden dieses Jahr besonders einfallsreich, denn schließlich muss man sich von der Masse abheben. „Du denkst, 2020 war nicht enttäuschend genug? Warte nur, bis du mich kennenlernst!“ ist auf Tinder vielleicht nicht einmal gelogen. „Teams, Zoom oder Facetime: Wo treffen wir uns zum Candle Light Dinner?“ oder „Lass uns Facetimen, nebenbei ein Konzert streamen und uns bei einem Bier über die guten alten Zeiten unterhalten, als man noch Klopapier kaufen konnte…“ waren ebenso beliebte Eisbrecher.

Tinder im Europavergleich
Auch europaweit war das schulterzuckende Emoji am meisten verbreitet. Außerdem waren das Klopapier-Emoji und das Weinglas- und Biersymbol bei den UserInnen beliebt. Italien war das Land, in dem Masken am häufigsten erwähnt wurde. An zweiter Stelle kam Spanien, danach Frankreich, Deutschland, UK und Schweden.
TikTok war zu Pandemiebeginn in Spanien besonders beliebt und erst ab August in Deutschland und Italien. Die Deutschen zeigten sich außerdem als wahre Naturburschen und erwähnten Aktivitäten in der Natur am häufigsten im europäischen Vergleich. Obwohl die bekanntesten Quarantäne-Musikvideos zu Beginn des Lockdowns aus Italien stammen, vermissten die ItalienerInnen Musik und Festivals von allen EuropäerInnen am meisten. Italien war außerdem das Land, das zu Beginn am stärksten von der Pandemie betroffen war – dies bewies auch die Zahl der Erwähnungen im Jahresvergleich.
Titelbild Credits: Shutterstock
DAS KÖNNTE SIE AUCH INTERESSIEREN
Freundschaft in der Krise – wie man sie rettet, kann man nachlesen
Freundschaft ist eines der wichtigsten Dinge im Leben der Menschen. So wird behauptet. Dass Freundschaft in den heutigen Zeiten leider immer weniger Relevanz in der Alltagsgestaltung geniest, ist dabei leider eine Tatsache, über die wir unbedingt sprechen müssen. Und genau darüber hat Sebastian Schoepp ein lesenswertes Buch geschrieben: Rettet die Freundschaft!
So unterschiedlich reden Frauen und Männer über Sex
Ich stelle mir oft die Frage, ob man gewisse Dinge nach dem Geschlecht beurteilen kann. Und meistens finde ich, dass eine pauschale Aussage, die hauptsächlich aufgrund des Geschlechts getroffen wurde, etwas Falsches ist. Aber bei gewissen Themen merke ich, dass unser patriarchales Umfeld immer noch Spuren hinterlässt, egal in welchen Kreisen wir uns bewegen und egal, wie sehr wir versuchen uns davon zu entfernen. Vor allem dann, wenn über Sex gesprochen wird.
Schönheitsideale im Wandel der Zeit: Warum man sich von Trends nicht stressen lassen sollte
Generation Z oder auch Generation Instagramfilter: Wer nicht den gängigen Schönheitsstandards entspricht, kann mit Foto- oder Videoeffekten nachhelfen, um das […]
Fasten, Entschlacken, Entgiften: Damit Zivilisationskrankheiten keine Chance haben
Viel zu viel Zucker, Fette und Zusatzstoffe, die unseren Körper unnötig belasten – die meisten von uns greifen zumindest einmal […]
Die Kulturgeschichte des Döners – jetzt zum nachlesen
550 Tonnen Döner werden täglich in Deutschland verzehrt. Wie es kulturgeschichtlich zu diesem Trend gekommen ist, darüber hat Eberhard Seidel ein spannendes Buch geschrieben.
Wie mache ich am besten Schluss: 10 Dinge, die du beachten solltest
Das Schlussmachen. Man kennt es. Es ist nicht gerade angenehm, jemanden verletzen zu müssen, den man einmal sehr geliebt hat […]








