Du kennst das bestimmt auch. Du triffst dich mit Freunden oder einem Menschen, der dir nahe steht und fühlst dich danach ausgelaugt und erschöpft. In allen möglichen Beziehungen gibt es Energievampire. Dabei geht das Verhalten sogenannter Energievampire weit über die übliche zwischenmenschliche Interaktion hinaus. Es geht hier um bewusst gesetzte Manipulationen. Oftmals zählen enge Freunde oder Familienmitglieder ebenso dazu. Doch welche Absichten verfolgen Energievampire und wie wirkt sich ihr Verhalten auf uns aus?
Jede:r kann mal anstrengend sein. Jedoch geht es bei dem umgangssprachlich als Energievampire bezeichneten Phänomen um weitaus mehr. Denn wir sprechen hier über gezielte Manipulationen, Psychospielchen und Machtstrukturen innerhalb von zwischenmenschlichen Beziehungen. Die Dynamiken, welche dabei eine Rolle spielen, sind oftmals komplex. Denn ein Energievampir kann ebenso ein pathologischer Narzisst oder eben „nur“ ein simpler machtgeiler Egoist sein.
Energievampire: Manipulative Egoisten, Narzissten und Soziopathen
Energievampire nehmen Beziehungen nicht als eine Symbiose wahr. Eine Symbiose bezeichnet dabei eine Beziehung, in der alle profitieren. Also es ein Geben und Nehmen gibt. Nein, bei einem Energievampir gestalten sich Beziehungen als Machtkonstrukte. Bei denen es darum geht, so viel Kontrolle wie nur möglich über andere Menschen zu erlangen.
Das Zermürben und Kräfterauben sind dabei nur die Methodik und nicht das eigentliche Ziel. Denn das Verhalten beinhaltet auch stets das Risiko, dass die verschleierten Hintergründe der Beziehung ans Tageslicht kommen. Umso mehr ein Energievampir riskiert, umso mehr riskiert er oder sie auch, erwischt zu werden.
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Die Psychologie dahinter ist im Zusammenhang von narzisstischen oder soziopathischen Störungen gut erforscht. Beziehungsgestaltung, emotionale Aufbauarbeit und die typische Abwertungsspirale können bei Energievampiren stets nach einem gewissen Muster beobachtet werden. Kontrolle, Bindung sowie das abhängig Machen von anderen Personen ist dabei meist das oberste Ziel. Im Endeffekt baut der Energievampir Macht und Einfluss über andere auf. So kann er die eigenen Ziele besser verfolgen. Die Methoden können dabei durchaus perfide sein.
Nicht jede unangenehme Person ist gleich ein Energievampir
Empathie sowie Reflexion kann uns dabei helfen, Menschen, welche uns nicht guttun, wahrzunehmen. Jedoch gilt es dabei zu beachten, dass wir nicht selber Opfer unseres eigenen Egos werden. Denn ebenso wie unsere Mitmenschen haben wir Bedürfnisse und verfolgen nach diesen unsere eigenen Ziele. Dass es dabei zu völlig normalen Machtkämpfen, Streitereien und Zwietracht unter uns kommt, ist ebenso Teil unserer zwischenmenschlichen Beziehungen.
Solange eine gewisse Ausgeglichenheit besteht, also Geben und Nehmen in der Form von Austeilen und Einstecken funktioniert, hält sich die Beziehung überwiegend in der Waage. Vertrauen baut sich dabei durch Authentizität des Gegenübers auf. Wenn wir dann dieses Verhalten wiederum spiegeln, dann entsteht gegenseitiger Respekt.
Als empathische Wesen können wir schnell erkennen, wenn die Optik schief wird. Bei dem Versuch, Energievampire zu identifizieren, um sich davon fernzuhalten, sollte man aber auch stets beachten, dass man sich durch das eigene Verhalten, mit dem man sich schützen will, nicht selbst zu einem egoistischen Energievampir entwickelt.
Die Offenlegung der Macht
Ein Weg, um Energievampire innerhalb einer Gruppe oder in einer Beziehung zu entlarven, ist die Offenlegung von Machtstrukturen. Auf gewöhnliche Angriffe wie „Warum hast du das gesagt?“ oder „Warum bist du immer so?“ haben Energievampire für gewöhnlich perfekte Ausreden und rhetorische Konter parat. Denn für gewöhnlich hat sich ein Energievampir lange zu dem entwickelt, was er mittlerweile ist.
Jedoch gibt es eine menschliche Grundebene, auf der man auch einem manipulativen Menschen begegnen kann. Und falls diese in der Beziehung nicht mehr vorhanden ist, dann handelt es sich womöglich bei dem Energievampir und eine pathologische Störung, welche behandelt gehört. In dem Fall sollte man, falls die Person sich nicht helfen lassen will, eher das Weite suchen.
Um qualitative zwischenmenschliche Beziehungen zu erhalten und nicht Opfer eines Energievampirs zu werden, kann es von Vorteil sein, die bestehenden Machtstrukturen in einem sicheren Rahmen anzusprechen. Warum hat das Wort eines Freundes in der Gruppe mehr Gewicht als das Wort eines anderen? Wer strahlt natürliche Dominanz aus und übernimmt häufig Verantwortung? Wer möchte öfters seinen Willen durchsetzen?
All diese Kleinigkeiten können dabei helfen, eine:n Vertraute:n als Energievampir zu identifizieren. Eins sollte aber bei all der Vorsicht niemals vergessen werden: Wir Menschen sind empathische Wesen, die grundsätzlich fühlen können, ob unsere Gegenüber uns schaden will oder nicht. Man sollte sich daher nicht selbst verrückt machen. Eher öfters mal den Kopf ausschalten und einfach auf das eigene Bauchgefühl vertrauen.
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