Auch diesen Juni konnten wir es wieder sehen, Regenbogenflaggen überall. Auf T-Shirts, Handyhüllen, Kaffeetassen — ja, sogar Autohändler haben im Social Network plötzlich Regenbogen-Profilbilder. Bei genauerem Blick erkennt man, dass dies jedoch nur Marketingspäße sind, damit noch mehr Gewinn gemacht wird. Doch auch in der Film- und Kunstszene ist diese Ausbeutung nicht selten, sie wird Queerbaiting genannt.
Was bedeutet Queerbaiting?
„Bait“ heißt aus dem Englischen übersetzt: Köder. Queerbaiting ist das Auswerfen eines queeren Köders. Eine Strategie, auf die Regisseur*innen, Autor*innen und Künstler*innen zurückgreifen. Sie erzeugen mithilfe von Werbung das Bild, queere Personen oder eine homosexuelle Beziehung zu repräsentieren. Diese Erwartungen werden jedoch nicht erfüllt. Somit ziehen sie eine gewisse Zielgruppe an, ohne die konservative Zielgruppe zu verschrecken oder gar zu verlieren. Beispiele dafür sind:
- In einem Film oder einer Serie wird bei einer Charakterfigur angedeutet, sie sei queer — am Ende ist die Figur dann aber doch hetero oder es wird nicht weiter darauf eingegangen.
- In der Werbung für den Film oder die Serie wird angedeutet, dass eine Charakterfigur queer sei — doch auch hierbei handelt es sich am Ende um eine heterosexuelle Figur.
- Unternehmen schmücken sich mit falschen Federn und geben beispielsweise zur Pride Month vor, sich für queere Menschen einzusetzen. Sie verkaufen Regenbogen-Merch, ohne sich für die Rechte der LGBTQ+ Community einzusetzen. Oder präsentieren sich in den sozialen Netzwerken in Regenbogenfarben, ausgenommen auf den Kanälen wo es immer noch für Aufregung sorgt.
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Warum genau ist das schlimm?
Nicht jede Repräsentation ist gut. Mit den Lügen, die Hollywood uns hier auftischt, wird suggeriert, dass queere Menschen sich nicht öffentlich zeigen dürfen. So etwas zu vermitteln, sollte kein Geld der Welt wert sein.
Die extra Kohle für den Regenbogen-Merch geht nicht an Hilfsorganisationen, die LGBTQ+ unterstützen. Und die Regenbogen-Profile werden natürlich nicht in den Ländern gezeigt, wo Menschen bis heute für ihre sexuelle Orientierung kämpfen und sterben müssen. Man will dort natürlich keine potenziellen Kunden verärgern.
Wie kann Queerbaiting verhindert werden?
Natürlich ist nicht jedes Unternehmen darauf aus, Queerbaiting einzusetzen und auch nicht jede*r Künstler*in oder Regisseur*in. Viele Stars werden zu Unrecht beschuldigt und einige auch wegen Falschinformationen gehated. Zu früh und ohne Recherche zu urteilen, muss auch bei diesem Thema unbedingt vermieden werden.
Doch wie kann Queerbaiting verhindert werden?
- NICHT nur zur Pride Month regenbogig sein. Egal ob als Privatperson oder als Unternehmen: Wenn schon im Juni mit Pride Werbung machen, dann bitte auch das ganze Jahr über sich dafür einsetzen.
- Bevor Produkte von Unternehmen gekauft werden, die von Pride-Werbung profitieren: Informiere dich, ob diese Unternehmen wirklich für queere Menschen einstehen und sich beispielsweise für die LGBTQ+ Rechte, einsetzen.
- Keine Filme oder Serien schauen, supporten oder sharen, die Queerbaiting nutzen: Die Zuschauer*innen können mit schlechten Einschaltquoten sehr wohl das richtige Zeichen setzen.
Das ganze Jahr über sind die Gefühle und Rechte aller Menschen wichtig. Die kapitalistische Ausbeutung mit queeren Inhalten ist einer der vielen Tiefpunkte der Marketing-Strategien. Auf Queerbaiting ist daher genauso zu achten, wie auf die korrekte Verwendung von Wörtern, Begriffen und Definitionen. Wie zum Beispiel FLINTA*, TERF und Co.
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