Der Pornostar Rocco Siffredi ist eine lebende Legende. Über tausend Pornofilme soll er gedreht haben. Das Leben des Ausnahmedarstellers – wenn man ihn denn so nennen darf – wurde in der Netflix-Serie Supersex verfilmt. Wir haben sie uns für euch angesehen. Unser Urteil ist erbarmungslos!
Rocco Siffredi: die lebende Legende
Der mittlerweile 59-jährige Rocco Siffredi hat in seiner aktiven Karriere über tausend Pornofilme gedreht und inszeniert. Für diese Leistungen hat er natürlich auch zahlreiche Branchenpreise gewonnen, darunter 2003 für die beste Gruppensexszene.
Vollkommen verständlich, dass in einer Zeit wie der unseren auch die Ausnahmeleistungen in einer verruchten Sparte wie dem Pornomilieu mit einer Verfilmung gewürdigt werden. Aber obwohl die Netflix-Serie Supersex Fiktion ist, wie Rocco Siffredi selbst erklärt, ist sie aber dennoch zu 98 Prozent ein Spiegelbild seines Lebens. Ein Leben, für das der Porno-Darsteller auf so einiges verzichten musste: normales Leben, normale Beziehungen zu seiner Familie und zu den Frauen.
Netflix-Serie Supersex: ein Schwanz kommt selten allein
Die Netflix-Serie Supersex rund um das sagenumwobene Leben des Rocco Siffredi ist erst ab 16 Jahren freigegeben und erzählt in sieben Folgen das Leben des Pornostars. Von seiner Kindheit bis zum Erwachsenenalter, von Armut und Reichtum, von der Provinz und der großen Welt der Prominenten.
Siffredi wird dabei von drei verschiedenen Schauspielern verkörpert, die ihn als Kind, Jugendlichen und Erwachsenen darstellen. Die zentrale Rolle übernimmt Alessandro Borghi, bekannt aus der Finanzkrimireihe Devils und der Mafia-Serie Suburra. Und eines vorweg: er ist natürlich komplett nackt zu sehen, denn ein Leben, das von der Größe eines Penis geprägt ist, kann nicht erzählt werden, ohne diese Größe auch zu zeigen.
Supersex: super bescheuert
Das wirft jetzt natürlich die Frage auf, ob die Serie mehr zu bieten hat, als einen extra langen Schwanz. Die Antwort: Der erste Eindruck der Serie ist einmal extrem surreal. Wir werden einer Figur vorgestellt, die von allen geliebt wird und mit der jede Frau Sex haben will. Fremde Frau am Klo, die nichts mehr im Leben will, als mit Rocco Sex zu haben? Gibt es! Und schon geht es ans Eingemachte.
Ein Cut und aus dem Off erfährt man, wie hart das Leben als Pornostar doch gewesen ist. Supersex porträtiert eine geradezu unerträglich sexualisierte und übertriebene Macho-Welt, die das ganze Leben ausschließlich auf Sex reduziert. Man glaubt in den Actionfilmen der 1980er und 1990er Jahre alles an stupider Maskulinität gesehen zu haben? Nein! Die Netflix-Serie Supersex legt noch so einiges drauf. Gangs, die sich um Reviere streiten. Männer, die davon träumen reich zu sein und die schönsten Frauen zu vögeln. Gut möglich, dass das alles genau so passiert ist. Das macht es aber nicht weniger bescheuert.
Filmkunst auf dem Tiefstand
Die Netflix-Serie Supersex reduziert die ganze Kunst des Filmemachens auf das Niveau dieser, nach ihren Opfern suchenden Finanzberater-Clips auf YouTube und Co, wo die Protagonisten in ihren Ferraris in Dubai herumfahren, mit den heißesten Frauen am Arm und einem dann erklären wollen, wie man mit Nichtstun Multimillionär wird.
Die Dialoge in Supersex sind einfach nur furchtbar. „Was ist stärker als ein Messer, eine Pistole oder Dynamit?“ Die Antwort: „Das was Männer und Frauen zwischen den Beinen haben ist ebenfalls Dynamit“. Die ganze Welt reduziert sich in der Netflix-Serie Supersex auf männliche Machtrituale, die dümmer nicht sein könnten.
Netflix unterbietet sich selbst
Netflix hat sich in seiner Laufbahn schon so einige extrem miserable Filme und Serien geleistet, aber was mit Supersex abgeliefert wird, das ist das noch einmal eine ganz andere Liga für sich. Die Serie vereint das Schlechteste aus zwei Welten. Aus der Pornowelt hat man den Sex genommen, ohne diesen wirklich genauso offen zu zeigen – was bleibt denn dann bitte noch? Aus der Filmwelt bedient man sich des Storytellings, dass man jedoch auf das Niveau eines Pornofilms reduziert hat. Supersex ist eine Serie, die mit den Mitteln des Pornofilms arbeitet und an so etwas wie filmischen Ansprüchen zu 100 Prozent scheitert.
Es gibt genug Filme über die Pornoindustrie (u.a. Boogie Nights) und auch Pornodarstellende (Wonderland), aber auch Filme, die Elemente des Pornos und des Arthouse-Films gekonnt kombinieren (Love von Gaspar Noé zum Beispiel). Das sind Filme, die es geschafft haben, anspruchsvolle und vor allem stilvolle Geschichten zu erzählen, die mit dem Thema Sex oder Porno zu tun haben. Anstatt sich daran zu orientieren, driftet die Netflix-Serie Supersex in eine zwielichtige Ästhetik ab, die weder das eine (anspruchsvolle Serie) noch das andere (Porno) ist und daher auf allen nur denkbaren Ebenen scheitert. Nicht einmal wie man Pornodarsteller werden kann, bringt einem die Serie wirklich bei.
Rocco Siffredi heute
Während sich die Netflix-Serie Supersex hauptsächlich um das Thema Penis dreht, natürlich mit der Intention mehr als nur über Sex zu sprechen, ging das Leben des Rocco Siffredi nach seiner aktiven Karriere natürlich weiter. In Italien ist Siffredi seit langem schon ein fester Bestandteil der Unterhaltungsbranche.
Er nimmt an Reality-Shows teil, tritt als Gast in Fernsehserien auf und war sogar in Werbespots zu sehen, in denen er im Morgenmantel umgeben von Frauen auftrat und Chips knabberte. Der Witz daran? Kartoffel heißt auf Italienisch „patata“, „patata“ bedeutet aber auch Scheide. Na dann. Ach ja, auch noch interessant zu wissen: Rocco Siffredi lebt in Budapest.
Bilder © 2024 Netflix, Inc. / Lucia Iuorio
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