Eine Beziehung zu führen, besteht aus einem Nehmen und Geben. Manchmal gibt der eine mehr, manchmal der andere. Doch was, wenn eine Person nur gibt und die andere nur nimmt? Wenn die eine Person der anderen die gesamte Schuld zuspricht und sie dauernd kritisiert? Dann spricht man von einer toxischen Beziehung. Toxische Menschen und toxische Beziehungen kosten viel Kraft. Was macht eine toxische Beziehung aus und wie soll man damit umgehen?
Was ist eine toxische Beziehung?
Eine toxische Beziehung zeichnet sich durch einseitige Schuldzuweisung, Kritik und emotionale Anhängigkeit aus. Ein:e Partner:in weist der anderen Person die gesamte Schuld zu, versucht sie zu kontrollieren und Dominanz auszuüben.
Nicht selten hat der oder die toxische Partner:in narzisstische Charakterzüge, wodurch sich das Bedürfnis nach Überlegenheit und Kontrolle erklären lassen kann. Die betroffene Person wird in eine emotionale Abhängigkeit gedrängt und ist von Selbstzweifeln geprägt. Eine toxische Beziehung raubt viel Kraft und Energie und kann im schlimmsten Fall zu psychischen Erkrankungen führen.
Anzeichen für eine toxische Beziehung: emotionale Abhängigkeit, Manipulation und Isolation
Es gibt zahlreiche Anzeichen für eine toxische Beziehung, manche sind eindeutiger als andere. Im Grunde werden toxische Beziehungen von subtiler psychischer Gewalt geprägt.
Das beherrschende Anzeichen einer toxischen Beziehung ist die emotionale Abhängigkeit. Diese zeichnet sich dadurch aus, dass man sein Leben nur noch darauf ausrichtet, es der anderen Person recht zu machen. Und sie zudem ja nicht zu verärgern. Die eigenen Bedürfnisse geraten in den Hintergrund.
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In einer toxischen Beziehung trägt der nicht-toxische Part immer die Schuld an allen Problemen. Das Opfer der toxischen Beziehung muss sich laufend für Dinge entschuldigen, die es nicht gemacht hat. Beziehungsweise auch für Dinge, die in einer gesunden Beziehung selbstverständlich sind, für die man sich nicht zu entschuldigen hat. Dazu kommt, dass das Selbstwertgefühl der Person vom Gemütszustand der toxischen Partnerin oder des toxischen Partners abhängt.
Die Muster eines ungesunden Verhältnisses
Auch Manipulation spielt eine große Rolle in toxischen Beziehungen. Durch manipulative Aussagen wird dem oder der Partner:in das Gefühl vermittelt, nicht genug zu sein und nicht genug Zeit und Kraft in die Beziehung zu investieren. Dieses „Heruntermachen“ wird auch Gaslighting genannt. Der Begriff kommt aus dem Englischen und beschreibt eine Art von psychischer Gewalt, bei der das Opfer durch Lügen dazu verleitet wird, an der eigenen Wahrnehmung zu zweifeln. So beginnt es, die Lügen zu glauben, und verhält sich dementsprechend.
Ein weiteres Anzeichen für eine toxische Beziehung ist Isolation. Der oder die Partner:in versucht, das Leben des oder der anderen zu kontrollieren sowie die sozialen Kontakte der anderen Person zu minimieren, da andere Menschen die Probleme der Beziehung aufzeigen könnten. Die Person hat dadurch immer weniger Kontakt zu Familie und Freunden. Oder sie schämt sich vor außenstehenden Personen, wenn diese beispielsweise schon öfters zur Trennung geraten haben.
Diese Kombination aus Manipulation und Isolation verstärkt die emotionale Abhängigkeit von der toxischen Person. Dadurch ist es zusehends schwieriger, sich aus so einer Beziehung loszulösen.
Wie und warum entstehen solche Beziehungen?
Meist beginnen toxische Beziehungen harmlos als „normale“, liebevolle Beziehung. Oft wirken sie schon zu schön, um wahr zu sein. Doch mit der Zeit verändert sich der oder die toxische Partner:in und beginnt, den anderen Menschen in der Beziehung schlecht zu reden, zu manipulieren und zu kontrollieren. Durch diese Praktiken gerät die Person in einen Teufelskreis. Die Manipulation und das Schlechtreden kostet ihr Kraft. Dadurch zeigt das Opfer toxischer Handlungsweisen Schwäche, versucht demgegenüber aber alles richtigzumachen. Betroffene geben nach und achten nicht mehr auf die eigenen Bedürfnisse. Diese Schwäche und emotionale Erschöpfung nutzen toxische Partner:innen aus und legen nach.
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Grundsätzlich verhalten sich Menschen toxisch, da sie versuchen gewisse Minderwertigkeitsgefühle auszugleichen. Vorwiegend liegt der Grund für toxisches Verhalten in der Kindheit. Häufig hatten diese Menschen zu wenig Liebe und Zuneigung erfahren oder ihre Kindheitsjahre waren von häuslicher Gewalt geprägt. Es ist jedoch zu beachten, dass Toxizität nicht als psychische Erkrankung, wie beispielsweise Narzissmus, anerkannt ist.
Hier erfährst du mehr über die Anziehungskraft toxischer Menschen!
Tipps und Hilfe bei toxischen Beziehungen: Es gibt immer einen Ausweg
Obwohl die Situation ausweglos erscheint und sich das Loslösen aus einer toxischen Beziehung schwierig gestalten kann, gibt es Auswege. Einerseits kann man probieren, sich selbst aus dieser Situation zu befreien – doch häufig ist Hilfe von außen notwendig.
Vielen betroffenen Personen hilft es, sich Freunden oder der Familie anzuvertrauen, damit man Personen hat, die hinter einem stehen und unterstützen. Auch eine therapeutische Unterstützung sehen viele Betroffene als große Hilfe an.
Wenn man das Gefühl hat, dass eine Freundin oder ein Freund in einer toxischen Beziehung steckt, kann man versuchen, mit ihr oder ihm darüber zu sprechen. Daraufhin sollte man andere weiterführende Hilfsangebote anbieten. Auch wenn die betroffene Person gerade nicht darüber reden möchte, kann man ihr erklären, dass man immer ein offenes Ohr für sie hat. Jedoch sollte man davon absehen, der Person Druck zu machen.
In Österreich gibt es zusätzlich anonyme, telefonische Beratungsangebote. Einerseits gibt es die Frauenhelpline, die unter der Nummer 0800 222 555 erreichbar ist oder die Männerinfo unter der Nummer 0800 400 777. Anderseits gibt es die allgemeine telefonische Seelsorge unter der Nummer 142. Alle Angebote sind anonym und rund um die Uhr, sieben Tage die Woche erreichbar.
Obwohl der Weg aus einer Beziehung mit einer toxischen Person nicht einfach ist, gibt es immer einen Ausweg. An einer Beziehung festzuhalten, nur weil das Ende schwierig sein kann, obwohl die Beziehung sehr viel Kraft raubt und unglücklich macht, ist auf jeden Fall keine wünschenswerte Lösung. Außerdem ist es heutzutage auf alle Fälle möglich und erlaubt, als Single glücklich zu sein.
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