Von der „Unterlage“ bis zum „Konterbier“: Die 3 bekanntesten Alkohol-Mythen im Faktencheck
Wer kennt es nicht? Bei fast jeder Party oder beim gemütlichen Zusammensein am Wochenende werden Ratschläge ausgetauscht, wie man den Kater am nächsten Morgen verhindern oder den Alkohol besser vertragen kann. Viele dieser vermeintlichen Weisheiten halten sich seit Generationen hartnäckig – wissenschaftlich haltbar sind sie jedoch meistens nicht.
Wir haben drei der bekanntesten Alkohol-Mythen genauer unter die Lupe genommen und erklären, was wirklich dahintersteckt.
Mythos 1: „Bier auf Wein, das lass sein – Wein auf Bier, das rat ich dir!“
Dies ist wohl eine der bekanntesten Regeln, wenn es um den Konsum verschiedener alkoholischer Getränke an einem Abend geht. Die Annahme: Wer nach dem Bier zu Wein greift, verträgt den Alkohol besser, als wenn man es umgekehrt macht.
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Die Realität: Biologisch und medizinisch gesehen ist der Leber die Reihenfolge der Getränke völlig egal. Alkohol bleibt Alkohol. Der Spruch hat historischen Ursprung und war früher ein Ausdruck des sozialen Status: Wer sich vom billigen Bier zum teuren Wein hocharbeiten konnte, gehörte zur Oberschicht.
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Die Gefahr: Das Problem liegt nicht an der Kombination, sondern am Verhalten. Wenn man mit Bier startet und später auf Wein oder hochprozentige Longdrinks umsteigt, schätzt man durch den bereits vorhandenen Pegel die Wirkung der stärkeren Getränke oft falsch ein und trinkt zu schnell zu viel.
Mythos 2: Das „Konterbier“ hilft gegen den Kater
Der Kopf schmerzt, der Magen rebelliert – und oft wird in geselliger Runde das sogenannte „Konterbier“ (oder Reparaturseidl) als Allheilmittel angepriesen. Weiterzutrinken soll angeblich den Kater vertreiben.
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Die Realität: Kurzfristig lindert der erneute Alkoholkonsum die Symptome tatsächlich. Das liegt daran, dass der neue Alkohol den Abbau von Begleitstoffen (wie Methanol) im Körper blockiert und das Nervensystem erneut leicht betäubt.
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Die Gefahr: Das Problem wird dadurch nicht gelöst, sondern lediglich nach hinten verschoben. Sobald auch das Konterbier abgebaut ist, setzt der Kater oft umso heftiger ein. Zudem warnt die Medizin ausdrücklich vor dieser Praxis, da sie das Risiko für eine psychische und physische Abhängigkeit stark erhöht.
Mythos 3: Eine fettige „Unterlage“ verhindert den Vollrausch
Vor dem Ausgehen noch schnell Pizza, Burger oder eine deftige Mahlzeit essen, damit man später mehr verträgt – diese Taktik ist weit verbreitet.
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Die Realität: Ein fettreiches Essen sorgt dafür, dass der Mageninhalt langsamer in den Darm weitergeleitet wird. Da der Alkohol vor allem über den Dünndarm aufgenommen wird, verzögert sich der Übergang ins Blut. Man wird also langsamer betrunken.
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Die Gefahr: Der Alkohol wird durch das Fett nicht neutralisiert, sondern kommt nur zeitverzögert im Körper an. Wer sich aufgrund der „Unterlage“ fälschlicherweise in Sicherheit wiegt und unvorsichtig trinkt, riskiert, dass der Alkohol später auf einen Schlag wirkt, was häufig zu einer plötzlichen und schweren Alkoholvergiftung führen kann.
Fazit:
Weder die Reihenfolge der Getränke noch fettiges Essen können die Wirkung von übermäßigem Alkoholkonsum ungeschehen machen. Das einzige bewährte Mittel, um den Kater in Grenzen zu halten, bleibt die Mäßigung sowie das Trinken von ausreichend Wasser zwischen den alkoholischen Getränken, um dem Körper den Flüssigkeitsverlust auszugleichen.
Titelbild © envato
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