Sommer, Sonne, Sonnenschein. Da es ja gefühlt keinen Frühling gab, meldet sich der Sommer anscheinend doppelt so strahlend. Heißt: ein Hitzerekord nach dem anderen. Was am Strand oder See vielleicht recht angenehm ist, da man sich jederzeit im Wasser abkühlen kann, verwandelt die eigenen vier Wände (vor allem in der Stadt) jedoch schnell in eine ungewollte Sauna. Doch um das zu verhindern bzw. zu lindern, reichen oft einfache Tricks jenseits stromfressender Klimaanlagen. Wir haben daher einige Tipps für euch, wie ihr eure Wohnung im Sommer kühl halten könnt.
Die drei magischen Dinge, um eure Wohnung im Sommer kühl zu halten
To cut a long story short: Um der Hitze vorzubeugen und eure Wohnung im Sommer kühl zu halten gilt es – ganz easy – drei Dinge zu beachten:
- ein wirksamer Sonnenschutz
- ausreichende Belüftung und
- den Verzicht auf überflüssige Wärmequellen.
Wenn ihr das beherzt, dann seid ihr ganz vorne mit dabei, wenn es darum geht eure Wohnung im Sommer kühl zu halten.
Wärme – locked out!
Einfach aber wichtig ist dieser Leitsatz von Uwe Bigalke, Energieexperte der Deutschen Energie-Agentur (dena): „Alles, was an Wärme gar nicht erst ins Haus hineinkommt, muss auch nicht teuer wieder hinausbefördert werden.“ Bedeutet, dass es sehr wichtig ist Vorkehrungen zu treffen, um der Hitze schon von Beginn an Einhalt zu gebieten.
Der äußere Sonnenschutz ist dabei die effektivste Methode. „Untersuchungen zeigen, dass außenliegende Beschattung die Sonneneinstrahlung um bis zu 75 Prozent reduziert, ein innenliegender Schutz nur um bis zu 25 Prozent“, rechnet Bigalke weiter vor. Denn hat das Sonnenlicht die Scheibe einmal passiert, wandeln sich Teile der Energie im Raum in Wärme um. „Und gerade moderne, beschichtete Fenster wirken dann wie ein Treibhaus: Was im Winter nützt, ärgert im Sommer.“
Das 1×1 vom Sonnenschutz
Ein außen angebrachter Sonnenschutz (Jalousien, Fensterläden oder Markisen) ist somit das beste Mittel, um der prallen Sonne Einhalt zu gebieten. Kleines Problem: Mieterinnen und Mieter müssen vor Eingriffen in die Bausubstanz oder in das äußere Erscheinungsbild des Gebäudes auf alle Fälle die Erlaubnis des Vermieters einholen. (Aber wenn man die Kosten dafür selbst trägt, ist das bestimmt kein Problem.)
Ein Innen angebrachter Sonnenschutz (z.B. Vorhänge, Blenden oder Rollos) sollte (außenseitig) möglichst hell sein. Jalousien am besten silberfarben: so wird das Licht am besten reflektiert. Wer Außen nichts anbringen darf, kann zur Not auch ein paar leichte Stoffbahnen vors Fenster hängen, um die Wohnung im Sommer kühl zu halten.
Getönte oder beschichtete Sonnenschutzfenster sind durchaus eine Option. Diese behindern die Sonneneinstrahlung jedoch auch im Winter. Eine Alternative dazu sind daher selbstklebende Reflektionsfolien, rät Juliane Dorn von der Verbraucherzentrale Sachsen in Leipzig: „Die können von innen angebracht werden und beeinträchtigen die Sicht kaum.“
Mit dem richtigen Lüften die Wohnung im Sommer kühl halten
Eine weitere vielversprechende Maßnahme im Kampf gegen die Hitze in der Wohnung ist das richtige Lüften. Wann sollte man daher am besten lüften? Spät abends oder ganz in der Früh! Wie? Fenster weit auf! Tagsüber zu Lüften ist – wie man sich auch denken kann – an einem heißen Tag kontraproduktiv. Auch das Kippen der Fenster ist fatal. Es lässt nur noch mehr Hitze in die Wohnung, die sich dann dauerhaft in den Wänden zentriert.
Zu empfehlen ist auch das Querlüften mit weit geöffneten Fenstern und Türen zur Erzeugung eines Durchzugs. Ein Ventilator ist in einer heißen Jahreszeit natürlich auch Gold wert und sorgt für Erleichterung. Dieser kühlt den Raum jedoch nicht ab, sondern verteilt nur die Luft. Doch gibt es natürlich einen Unterschied zwischen gemessener und gefühlter Kälte. Ein Ventilator ist daher niemals verkehrt.
Unnötige Wärmequellen ausschalten, um die Wohnung im Sommer kühl zu halten
Etwas das viele bei der Bekämpfung der Hitze in der Wohnung nicht bedenken sind die Wärmequellen im Haus selbst. Dazu zählen vor allem Computer und Fernseher. Diese sollten daher nur dann benutzt werden, wenn sie wirklich gebraucht werden. Denn der Kampf gegen die einströmende Hitze von außen ist sinnlos, wenn gleichzeitig im Inneren unnötige Wärme erzeugt wird. Wichtiger Hinweis: Auch im Stand-by-Modus produzieren die Geräte noch Wärme.
Diese Vorbeugung ist eine gute Alternative zu einem (mobilen) Klimagerät – denn zu den Anschaffungskosten kommt auch noch der erhöhte Stromverbrauch hinzu. Und vor allem eines sind diese Geräte nicht: nachhaltig.
Laubbäume
Ganz hilfreich sind auch Bäume – vor allem Laubbäume. Diese spenden im Sommer Schatten und lassen im Winter kostbares Licht durch. Schon klar, dass man jetzt nicht so einfach und schnell einen Baum vor sein Fenster pflanzen kann. Doch ist diese Information durchaus ein wichtiger Punkt. Vor allem bei einem Umzug kann man auf solche Faktoren achten.
Duschen, Kleidung und offene Kühlschränke – kleine Tipps, um die Wohnung im Sommer kühl zu halten
Ein weiterer wichtiger Punkt ist das richtige und luftige Anziehen. Kühle Tücher an die Handgelenke legen und lauwarm duschen sind auch Optionen. Das Umsatteln auf dünne Bettdecken ist zu empfehlen. Auch aufgestellte Wasserschüsseln, vorgekühlte Nachtkleidung oder feuchte Vorhänge können helfen. Doch sind sie nur nachträgliche Kosmetik. „Eines sollte man aber auf keinen Fall tun“, warnt Uwe Bigalke mit einem Schmäh: „Die Wärme mit einer offenen Kühlschranktür bekämpfen. Denn da entsteht hinten mehr Hitze, als sie vorne wegkühlen.“
Kleiner Hack aus Italien: Abends den Boden bei offenen Fenstern wischen. Das beschleunigt auch die Abkühlung.
Für alle jene, denen der Kampf in der Wohnung gegen die Hitze als zu hoffnungslos erscheint, haben wir hier eine Liste mit den besten Bademöglichkeiten in und um Wien.
Titelbild Credits: Shutterstock
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