Wenn Politik versagt, rettet die Kunst – Festival für Moria und Moria 2.0
Wie so oft greifen KünstlerInnen ein, wenn Staaten sich weigern, menschlich und sozial zu handeln. Die Brände im Flüchtlingslager Moria haben die Medien eine kurze Zeit dominiert, doch flachte das Interesse schnell wieder ab.
Das Livestream Musikfestival möchte aber nicht nur Aufmerksamkeit für das Thema schaffen, sondern auch Spenden für eine kurzfristige Hilfe sammeln. Das Line-Up lässt sich auf alle Fälle sehen.
In Moria ging es Schlag auf Schlag. Das für 2.800 Menschen konzipierte Lager beherbergte zeitweilig 20.000 Personen. Das war für die Politik noch nicht Katastrophe genug. Mit dem Brand am 8. September eskalierte die Lage jedoch derart, dass die EU nicht mehr einfach wegsehen konnte.
In Österreich weiterhin die kalte Schulter. Kanzler Kurz weist ab. Hilfe vor Ort – sein Glaubenssatz, den man nicht das erste Mal von ihm hört. Mitte September räumt die örtliche Polizei das Lager Moria und bringt die Flüchtlinge nach Kara Tepe auf Lesbos – hoffentlich nicht Moria 2.0!
Die Hoffnung ebbt ab. Denn mit dem ersten Regen stehen die Geflüchteten im Matsch. Erneut katastrophale Zustände und die Seuchengefahr steigt. So etwas in Zeiten von COVID-19.
Im neuen #Moria regnet es. Die Menschen müssen bei ersten Regenfällen schnell Gräben graben, damit das Wasser abläuft und ihre Zelte nicht wegschwimmen. Es steigt die Seuchengefahr! Wie kann es sein, dass Menschen mitten in Europa so leben müssen @vonderleyen #LeaveNoOneBehind pic.twitter.com/Mi5BxyB23L
— #LeaveNoOneBehind (@lnob2020) October 8, 2020
#LeaveNoOneBehind und das Livestream-Festival TOGETHER FOR MORIA
Die Wax Wreckaz und Dachsbau.TV nehmen sich den Rückgang der Aufmerksamkeit für das Thema Moria und Kara Tepe zum Anlass, ordentlich auf den Putz zu hauen. Mit einem Livestream Festival möchten sie auf die menschenunwürdigen Verhältnisse erneut aufmerksam machen. Hierzu haben sie sich einige namhafte deutsche und österreichische Künstler ins Boot geholt.
Eskei83, Goshko, Josi Miller, DJ Mosaken, Notfx, Robert Smith, DJ Smo, Sounds of Blackness, Stylewarz und selbstverständlich auch die Wax Wreckaz bilden das fulminante Line-Up von TOGETHER FOR MORIA. 100% der Erlöse gehen an die Initiative #LeaveNoOneBehind.
„Mit dem Geld wird dafür gesorgt werden, dass die humanitären Akteure vor Ort arbeiten können und die Menschen in Not nicht in Vergessenheit geraten.“ Damit das auch gelingt, solltet ihr am 17.10.2020 ab 18.00 Uhr unbedingt auf www.dachsbau.tv gehen, um euch das Festival direkt in eure Wohnzimmer zu holen.
Titelbild Credits: Shutterstock
DAS KÖNNTE SIE AUCH INTERESSIEREN
Amazon: 1 Mrd. Steuergutschrift in Europa bei 50 Mrd. Umsatz
„Zum 31. Dezember 2021 hatten wir langfristige Schulden mit einem Nennwert von 50,6 Milliarden US-Dollar, einschließlich des kurzfristigen Teils, hauptsächlich […]
Normal unnormal: Kendrick Lamar dropt neues Album "Mr. Morale & The Big Steppers"
Der erste mit einem Pulitzer-Preis ausgezeichnete Rapper Kendrick Lamar veröffentlichte sein langersehntes fünftes Studioalbum „Mr. Morale and the Big Steppers“. […]
Kronen Zeitung pietätlos - Veröffentlichung falscher Informationen über einen Verstorbenen
Die Kronen Zeitung kann es einfach nicht lassen. Am 27.07. um 16:29 veröffentlicht die Redaktion einen Artikel, deren Inhalt mit […]
Schüsse und Muezzingesang bei rechter Demo - Polizei ermittelt
Es war zu erwarten. Nach dem Attentat mit islamistischen Hintergrund haben Rechte wie auch diverse Medien den Vorfall schnell instrumentalisiert. […]
No Sex: Arte-Doku über das Leben in Keuschheit
Leben ohne Sex? Eine sehenswerte ARTE-Doku gewährt tiefe Einblicke in das Phänomen Keuschheit. Einblicke der eher ungewöhnlichen Art.
Musik auf Cannabis - eine atemberaubende Symbiose oder nur bekiffte Einbildung?
Bist du schon mal high wie ein Kite irgendwo rumgesessen, hast Musik – vielleicht sogar dein Lieblingslied – aufgedreht und bemerkt wie du in den rauchigen Höhen förmlich versinkst und eins wirst mit den Tönen, die um dich herum tanzen wie Blätter in einem warmen Frühlingswind? Dann bist du vermutlich Verfechter der ersten Theorie, die besagt, dass Cannabis und Musik eine wundervolle Symbiose ergeben.









