Doping ist die Einnahme von unerlaubten Substanzen oder die Nutzung von unerlaubten Methoden zur Steigerung der sportlichen Leistung. Es gibt aber durchaus Methoden, welche die Leistung steigern, ohne auf illegale Mittel zurückzugreifen. Wir haben einige für dich gefunden. Was diese genau können und ob sie überhaupt etwas taugen, erfährst du in unserem Artikel über legales Doping.
Die Kältekammer oder Kryotherapie
In der Kältekammer (Polarium), herrschen Temperaturen von minus 100 bis 120 Grad. Durch die Kälte, der man sich darin kurz aussetzt (drei Minuten!), wird das Blut in Richtung Muskulatur umverteilt. Heißt: genau dorthin, wo der Körper beim Sport den Sauerstoff braucht.
Kurz vor dem Wettkampf in die Kältekammer steigen (Precooling) führt daher zu einem Leistungsschub. Nach dem Sport (Postcooling) fördert der Sprung in die Kältekammer die Regeneration. Das Precooling steigert die Leistung sogar um sagenhafte 15 Prozent – aber nur während der ersten halben Stunde danach. Kleiner Bummer: Bei Leistungssportler*innen ist der Effekt nicht so stark, und liegt sogar unter einem Prozent. Auch wenn auf dem höchsten Level, ein halbes Prozent natürlich eine entscheidende Rolle spielen kann.
Bessere Leistungen mit dem Nasenpflaster?
Das Nasenpflaster war in den 1990er Jahren eine feste Größe in der Welt des Sports. Es wurde behauptet, diese Wunder-Stripes können die Leistungsfähigkeit um ein Vielfaches steigern. Wie das? Ursprünglich sollten diese Pflaster, die Nasenflügel auseinanderziehen und mehr Atemluft in die Nase strömen lassen. Die Grundidee: der Naseneingang wird erweitert, die Atmung verbessert.
Schnell verbreitete sich der Mythos, dass diese Pflaster auch für mehr Leistung am Sportplatz sorgen sollen. Ein Hype war geboren, der so lange anhielt – Vorsicht Spoiler! – bis nachgewiesen werden konnte, dass Nasenpflaster der sportlichen Leistung rein gar nichts bringen.
Legales Doping: glatt rasierte Beine
Im Spitzensport entscheiden oft nur Kleinigkeiten. Manchmal geht es dort um eine Haaresbreite. Um diesen minimalen Unterschied zu überwinden, rasieren sich viele Sportler*innen einfach gleich die komplette Körperbehaarung. Vor allem Radfahrer. Und es stimmt tatsächlich, der Windwiderstand wird minimal geringer. Doch Mund geschlossen halten, nicht vergessen! Denn ein offener Mund sorgt für mehr Windwiderstand als ein rasierter Körper.
Dennoch haben vor allem rasierte Beine durchaus einen Sinn. Aufgrund des Schwitzens ist eine haarfreie Haut viel hygienischer und die Muskeln werden besser gekühlt. Massagen fühlen sich ohne Haare angenehmer an und Cremen und Lotionen ziehen leichter in die Haut ein.
Kompressionskleidung
Kompressionstrümpfe sollen für mehr Kraft sorgen, zu besserer Ausdauer und zu einer schnelleren Regeneration führen. Das alles nur durch den erhöhten Druck auf die Haut. Ein erhöhter Blutrückfluss soll so gewährleistet werden.
Und tatsächlich, bisherige Untersuchungen lassen vermuten, dass Kompressionskleidung „den venösen Rückfluss fördert, wodurch auch Laktatansammlungen im Blut und Entzündungsprozesse eingedämmt werden. Weiterhin gibt es Hinweise darauf, dass während des Trainings getragene CG die Erregbarkeit des Rückenmarks steigert und Muskelerschütterungen reduziert, was letztlich die neuronale Transmission und die Mechanik auf molekularer Ebene verbessert.“
Andere Untersuchungen zeigten jedoch keine signifikant kraft schonenden Effekte, weder während der Anstrengung noch danach. Die Muskelkraft regenerierte sich durch die Spezialkleidung nicht schneller, unabhängig von der komprimierten Körperregion und der Dauer des Tragens. Bedeutet: Es wird weitere hochwertige Interventionsstudien mit dem Ziel eindeutig vergleichbarer Daten brauchen, um die Frage nach der Wirkung von Kompressionskleidung auf Leistung und muskuläre Regeneration endgültig zu klären.
Hypoxie-Kammern: legales Doping in hoch gelegenen Regionen
Fakt: trainiert man in hoch gelegenen Regionen, passt sich der Körper an den Sauerstoffmangel an, produziert mehr rote Blutkörperchen und wird so leistungsfähiger. Hat man gerade keine hoch gelegene Region zur Hand, sollen sogenannte Hypoxie-Kammern Abhilfe schaffen.
Tatsache ist, dass „sauerstoffarme Bedingungen das Herz dazu bringen können, sich selbst zu reparieren und die verminderte Funktion nach einem Herzinfarkt zu verbessern.“ Aber auch wenn das sogenannte „Höhentraining“ eindeutig zu einer Leistungssteigerung führt, ist die Effektivität der Hypoxie-Kammern fraglich, denn wer wirklich mehr Leistung erzielen will, sollte sich mehrere Wochen mindestens zehn Stunden pro Tag in hoch gelegenen Regionen aufgehalten haben. Weniger als das ist eigentlich sinnlos, so die Experten.
Elektro-Muskel-Stimulationstraining (EMS)
Ein dünner Baumwollanzug. Darüber eine Weste mit eingenähten Elektroden. Elektroden auch auf Armen und Beinen. So soll während des Trainings Strom in den Körper geleitet werden. Dieser niederfrequente Reizstrom geht durch die oberen Hautschichten bis ins periphere Nervensystem. So werden die Muskeln am ganzen Körper stimuliert und Muskeln aufgebaut.
Und tatsächlich, eine Doktorarbeit zeigt, dass EMS sogar effektiver als Gerätetraining sein soll. Doch faul herumliegen ist nicht drin, denn um die Leistung wirklich zu fördern, sollte die EMS unbedingt mit anderen Trainingsmethoden kombiniert werden. Eine neuere Studie sieht diese vermeintlichen Benefits jedoch um einiges kritischer und die Vorteile sind nicht ganz so eindeutig.
Legales Doping: Mentales Training
Beim mentalen Training geht es nicht so sehr darum, dass man motiviert wird, sondern darum, sich im Geiste eine Bewegung vorzustellen, zu manifestieren, ohne diese noch auszuführen. So sollen detaillierte innere Bilder erzeugt werden. Durch diese Vorstellung soll sich ein Bewegungsablauf einprägen. Diese Methode scheint für Sportarten, bei denen immer gleiche Übungen ausgeführt werden, tatsächlich gut zu funktionieren, wie bisherige Studienergebnisse zeigen.
Titelbild © Shutterstock
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