Klassische Medien haben ausgedient, 9:16 ist das Format der Gegenwart und Zukunft! 9:16?! Richtig gehört – das Smartphone mit seinem vertikalen Format ist nicht erst seit der Pandemie ein ständiger Begleiter. Immer mehr Menschen verbringen immer mehr Zeit auf TikTok, Instagram und YouTube, connecten, informieren und unterhalten sich dort. In dieser Kolumne stelle ich euch die Highlights des vergangenen Monats vor – viel Spaß damit!
Kristin Gaska ist Expertin darin, Marken die Aufmerksamkeit der werbesensiblen GenZ zu sichern. Das Credo der mit 25 Jahre selbst noch zur GenZ gehörigen Wirtschaftspsychologin lautet: „Don’t make Ads, make Content.“ In ihren zwei Jahren bei WeCreate war sie u. a. verantwortlich für Kampagnen für Mercedes-Benz, Disney, Kaufland, Bautz’ner und BMW. Außerdem ist sie Co-Autorin des OMR-Reports „TikTok for Brands – Professional Guide“ und ist Autorin der HORIZONT-Kolumne „Gute Werbung, schlechte Werbung.“
Suchmaschine und Nachrichtenkanal – TikTok 2.0
Stillstand ist Rückschritt – das scheint sich das chinesische Unternehmen Bytedance zu denken und schickt sich an, mit seinem Flaggschiff TikTok die bestehenden Grenzen der Tech-Szene zu verschieben. In den letzten Wochen und Monaten wurde bereits deutlich, dass TikTok zunehmend in Google-Gefilden wildert und von zahlreichen User*innen als Suchmaschine verwendet wird.
Doch neue Studien des US-amerikanischen Pew Research Centers zeigten, dass die Plattform ebenfalls vermehrt für den Konsum von Nachrichten genutzt wird. Facebook ist in dieser Kategorie zwar nach wie vor die klare Nummer eins, doch während der prozentuale Anteil in den letzten Jahren zurückging und Instagram stagniert, äußert sich das massive Wachstum TikToks auch in dieser Statistik.
Einen Teilsieg konnte es bereits erringen: Bei den 18-29-Jährigen etwa liegt TikTok vor Facebook. Die Studie bezog sich zwar ausschließlich auf die USA, dennoch können daraus Rückschlüsse auf andere Regionen gezogen werden.
YouTopia: 150.000 Euro für den guten Zweck
„Gemeinsam für die Umwelt“ – unter diesem Motto fand Ende September das YouTopia-Event statt. Initiator Jacob Beautemps lud sechs weitere Personen, darunter Content Creator wie Jonas Ems oder Aditotoro, ein, vier Tage lang unter einer riesigen Kuppel zu wohnen.
Die Gruppe diskutierte mit Gästen wie den deutschen Politiker*innen Lars Klingbeil und Ricarda Lang. Auch TV-Bekanntheiten wie Eckart von Hirschausen und Jeannine Michaelsen oder weiteren Content Creatorn wie Nadine Breaty waren Teil der Diskussion. Themen waren der Klimawandel, Umweltschutz und Nachhaltigkeit. Die gesamte Diskussion ist filmisch dokumentiert. Das Ergebnis konnte sich sehen lassen: Am Ende wurden mehr als 150.000 Euro gesammelt, das Geld kam einer Organisation zum Schutz der Orang-Utans auf der Insel Borneo.
Dislike-Button und Clear Mode – TikTok mit weiteren Features
Reddit-Nutzer*innen kennen das Feature schon lange: die Dislike-Funktion für Kommentare. Jetzt ist diese auch bei TikTok verfügbar, wie das „Daumen runter“-Symbol im Bild zeigt.
Die Anzahl der Dislikes wird jedoch nicht öffentlich einsehbar sein, sondern nur für jene, die den Kommentar markiert haben, wie unter anderem t3n berichtete. So will TikTok vermeiden, dass die Anzahl negativer Bewertungen ein Unwohlsein bei den betroffenen User*innen auslöst. Außerdem sollen unangemessene Kommentare auf diese Weise schneller identifiziert werden können.
Doch das ist nicht die einzige Änderung: Auch der Konsum der Kurzvideos wird noch einmal immersiver gestaltet. Dank des sogenannten Clear Mode werden Captions und Buttons ausgeblendet, um alle potenziellen Störelemente zu entfernen.
NBA goes 9:16
TikTok löste ein Social-Media-Erdbeben aus – und die Nachbeben sind immer noch zu spüren. Neuerdings setzen auch Institutionen wie die NBA (Anm. d. Red.: die National Basketball Association) auf das 9:16-Format. In der App der weltbesten Basketballliga ist nun ebenfalls eine For You-Page zu sehen, die selbstverständlich den gesamten Screen ziert. Gerade im Sport – jede Sportart wird im horizontalen Format gezeigt – stellt dies einen bedeutenden Schritt dar und ist ein weiterer Hinweis, in welche Richtung die Entwicklung geht.
Großbritannien vs. TikTok
TikTok droht wieder einmal Ungemach, diesmal in Großbritannien. Die hiesige Datenschutzbehörde schlug Alarm und forderte umgerechnet rund 30 Millionen Euro. Grund: Die Plattform des chinesischen Unternehmens Bytedance soll von 2018 bis 2020 Daten von Unter-13-Jährigen verarbeitet haben, ohne die Erlaubnis der Eltern oder Erziehungsberechtigten bekommen zu haben. TikTok widerspricht, sieht sich nicht im Unrecht und kündigte eine Stellungnahme an – Ausgang offen.
Titelbild © Shutterstock
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